St. Johann Baptist wieder zugänglich

Neu-Ulm (dsd/aw). Die Gesamtinstandsetzung der Johann Baptist-Kirche in Neu-Ulm hatte über die Jahre der Planung und Renovierung einen treuen Begleiter. Die treuhänderische Julius Rohm-Stiftung zu Ehren von Julius Rohm, dem ehemaligen ehrenamtlichen Bürgermeister von Neu-Ulm, in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) investierte insgesamt über 400.000 Euro für die Restaurierung der Kirche. Nun öffnete das wertvolle denkmalgeschützte Gotteshaus erneut seine Pforten, mit Festgottesdienst, Empfang und Begegnung, einer Führung und meditativer Musik.

Die Johannes dem Täufer geweihte Kirche am bayerischen Donauufer entstand 1857 als einschiffige neuromanische katholische Garnisons- und Pfarrkirche. In den 1920er Jahren wurde die Kirche erweitert. Dabei setzte die Stadt ihr Vorhaben um, ein modernes Pendant zum Ulmer Münster mit eigener Bedeutung zu schaffen. Dominikus Böhm schuf als Architekt von 1922 bis 1927 ein dreischiffiges expressionistisches Bauwerk, das zu einem der bedeutendsten deutschen Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts zählt. Der Reformer des katholischen Kirchenbaus nutzte für den Ausbau Baumaterialien, wie Jurakalkstein, Ziegel und Biberschwanzreste, die aus den abgebrochenen Befestigungsanlagen stammten, sodass die mächtigen Außenmauern und Türme bewusst mit dem weißen, mystisch anmutenden Innenraum kontrastieren. Die wirkungsvolle Raumschöpfung erreichte der Architekt durch die Gewölbe aus einer Rabitzkonstruktion als Putzträger. Böhm konnte bei dieser Kirche seine Ideen zur Dynamisierung des Raums und zur Lichtführung in sakralen Räumen überzeugend vorführen. Der Wiederaufbau nach dem Krieg gab Böhm die Möglichkeit, Details zu revidieren und die von der Gemeinde gewünschte direkte Belichtung des Innenraums einzubauen.

Die Julius-Rohm-Stiftung in der DSD unterstützte bereits 2009 die Sanierung der Auferstehungskapelle. Sie ist eine von über 240 Stiftungen, die die DSD treuhänderisch unter ihr Dach aufgenommen hat. Die auf Dauer angelegte Unterstützung der Treuhandstiftungen hat sich in Anbetracht knapper öffentlicher Kassen zu einem wichtigen Förderinstrument entwickelt, das nicht mehr aus der deutschen Denkmallandschaft wegzudenken ist.

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