Spreepark: Lebensretter sollen 800 Euro zahlen

Foto: pixelio.de/Gisela Böhmer

Jahrelang durften Ehrenamtliche der Rettungshundestaffel des DRK kostenlos auf dem Gelände des ehemaligen Spreeparks mit ihren Hunden trainieren. Da gehörte das Gelände noch einem Privatinvestor. Doch im März 2014 kaufte das Land Berlin den ehemaligen Vergnügungspark und lässt es von der Immobilienmanagement GmbH (BIM) verwalten. Diese möchte nun für Trainingseinheiten der Hundestaffel Geld sehen. Die BIM will von den ehrenamtlichen Rettern 800 Euro Miete und Kaution kassieren und möchte so die Kosten für Sicherung und Wachschutz des Geländes eintreiben. Bisher zahlten diese das Land Berlin und damit die Steuerzahler.

Anfang März diesen Jahres trat die Hundestaffel an die BIM heran, um nachzufragen, ob ein Training auf dem Gelände weiterhin möglich sei. Die Anfrage wurde von der Gesellschaft mit einer Kostenaufstellung beantwortet. Laut der Berliner Zeitungwerden in der Aufstellung 215 Euro pro Tag berechnet, plus 85 Euro für die Betriebskostenpauschale und den Wachschutz. Zusätzlich verlangt die BIM 500 Euro Kaution für eventuelle Schäden auf dem seit Jahren verfallenen Gelände mit seinen teilweise kurz vor dem Kollaps stehenden Bauten. Summen, die die Rettungshundestaffel nicht aufbringen kann, da sie sich über Spenden finanziert. Die BIM begründet ihre Kostenaufstellung gegenüber den Lebensrettern mit der üblichen Miete von 1.000 Euro für den Spreepark pro Tag, da sie als Treuhänder des Landes Berlin grundsätzlich verpflichtet ist, wirtschaftlich zu handeln. Die geforderte Summe sei für das DRK bereits um drei Viertel reduziert.

Das Menschlichkeit aber auch über Wirtschaftlichkeit stehen kann – und muss – beweist die Messe Berlin GmbH, deren Gesellschafter ebenfalls zu 99 Prozent das Land Berlin ist. Vorerst kann die DRK-Rettungshundestaffel im leerstehenden ICC ihre Trainings absolvieren – kostenlos.

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