Speziallager Jamlitz

Foto: Wikimedia Commons/J.-H. Janßen/CC BY-SA 3.0

Das Speziallager Jamlitz bei Lieberose war als Speziallager Nr. 6 im Nachkriegsdeutschland eines von zehn Speziallagern der sowjetischen Militäradministration in der sowjetischen Besatzungszone und wurde vom sowjetischen Geheimdienst NKWD im September 1945 auf dem Gelände und in den Baracken des vormaligen Konzentrationslagers Lieberose, eines ehemaligen Außenlagers des nationalsozialistischen KZ Sachsenhausen, nördlich von Cottbus eingerichtet. Das Speziallager Nr. 6 befand sich vorher (seit 17. Mai 1945) in Frankfurt (Oder) auf inzwischen polnischem Gebiet und wurde deshalb im September 1945 nach dem etwa 50 km entfernten Jamlitz verlegt. Die rund 3400 Insassen hatten den Weg zu Fuß zurückzulegen. Das Jamlitzer Lager bestand bis April 1947, wobei rund 1000 der restlichen Häftlinge nach Russland deportiert und 4400 auf die Speziallager Mühlberg und Buchenwald verteilt wurden. Von insgesamt 10.300 Insassen sind nach den von der russischen Behörden übergebenen Totenlisten in knapp zwei Jahren mindestens 3380 umgekommen.

Nach 1990 entstanden kleinere Gedenkorte an den bekannten Orten der Massengräber des Speziallagers. Nach einer langwierigen Diskussionsphase aufgrund der doppelten Geschichte des Lagers in Jamlitz wurden am 22. Juni 2003 eine Freiluftausstellung für das Speziallager Nr.6 Jamlitz sowie eine weitere Freiluftausstellung zum Gedenken an das KZ Lieberose eröffnet. Dem Speziallager sind 11 Informationstafeln gewidmet.

Speziallager Jamlitz
Hauptstraße 40, 15868 Jamlitz
www.die-lager-jamlitz.de

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