Sperrholzfabrik Feuerborn (ehem. Moralt)

Die Sperrholzfabrik Feuerborn enstand in den 1920er Jahren als bereits bestehendes Fabrikgebäude der ehemaligen Matratzenfabrik Pähler und wurde von den Gebrüdern Feuerborn übernommen. Bei den Gebäuden handelt es sich um Spexards erste Industriegebäude. Die Spexarder Feuerwehr hatte auf dem Gelände ihren Gerätestandort, und in den Kriegsjahren wurden die Gottesdienste in Spexard bis zur Errichtung der sogenannten Barackenkirche in diesem Gebäude abgehalten.

1990 hatte das Unternehmen die Tischlerplattenproduktion in Gütersloh-Spexard unter dem Namen „Geborn“ gepachtet und in das Pfleiderer-Konzept aufgenommen. Im Jahr 2002 wurde die Firma Pfleiderer wieder in Moralt umbenannt und 2003 ausgelagert. Der traditionsreiche Markenname stand dort ebenso als Synonym für solide Schreinerqualität bei den Stab- und Stäbchen-Tischlerplatten wie bei der zweiten Produktlinie der Haustürrohlinge. Die hauseigenen Produkte wurden europaweit sowie nach Thailand, die Philippinen, Vietnam, Indonesien Korea, Malaysia, China, Japan, Taiwan und Australien exportiert.

Am 11. Mai 2005 kam es zu einem Brand in der Filteranlage und im Spänebunker des Werkes. Dieser legte die Fertigung im Betrieb bis auf Weiteres still. 60 Feuerwehrleute fluteten die beiden betroffenen Gebäudeteile und räumten den Spänebunker leer, um weitere Brandnester auszuschließen. Im Jahr 2006 wurde das Außenwerk in Spexard geschlossen.

Theoretisch sollte in Spexard auf dem alten Feuerborn-/Moralt-Gelände eine neue Mitte erhalten. Dort sollten ein Supermarkt, eine Bäckerei und mehrere, weitere Geschäfte und Dienstleister ansiedeln. Doch insbesondere auf Betreiben der CDU hatte die Politik den ambitionierten Plänen einen Riegel vorgeschoben. Dann tat sich lange Zeit nichts mehr, das Gelände drohte als Dauerbrache zu verkommen. Jetzt errichtet der Osnabrücker Autoteilegroßhändler Wessels & Müller hier eine neue Filiale, direkt daneben entsteht eine Dekra-Niederlassung.

Fallen wird auch einer der letzten stadtprägenden Schornsteine (Stand März 2011). Der rund 50 Meter hohe Backsteinschlot an der Verler Straße wird Mitte April aus dem Spexarder Ortsbild verschwunden sein. Um es mit den Worten des Spexarder Heimatvereins treffend auszudrücken, ist das Fabrikgebäude mit Schornstein ein Teil der Spexarder Ortsteiltafeln. Durch den Abriss ist wieder einmal ein Stück Heimatgeschichte unwiederbringlich verloren gegangen.

Quellen: Spexard.de, Die Glocke, Neue Westfälische, privat

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Dokument erstellt am 22.05.2011
Letzte Änderung am 03.07.2014

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