Sorpetalsperre des Ruhrverbands wird zum Baudenkmal

Staumauer mit ca. 700 m Kronenlänge. Foto: Asio otus/CC BY-SA 3.0
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Sundern (aw). Die 1935 fertig gestellte Sorpetalsperre zwischen Sundern und Langscheid, eine der acht Talsperren des Ruhrverbands, ist mit ihren wichtigsten Betriebseinrichtungen zum Baudenkmal erklärt worden. In der Denkmalwertbegründung wird die Sorpetalsperre als „Dokument der industriellen Entwicklung des Ruhrgebietes“ gewürdigt, das den sprunghaft angestiegenen Wasserbedarf der „zum Zentrum der deutschen Schwerindustrie“ gewordenen Region zwischen Ruhr und Emscher bezeugt und darüber hinaus „die besonderen Betriebs- und Funktionsabläufe eines Talsperrenbetriebs“ dokumentiert.

Auch technikgeschichtlich sei die Sorpetalsperre von Bedeutung, heißt es in der Begründung weiter: Als erste Talsperre in Nordrhein-Westfalen wurde sie durch einen Erddamm mit einer Betonkerndichtung aufgestaut und markierte damit „hierzulande den Beginn einer neuen Phase im Talsperrenbau“. In neun Jahren Bauzeit wurden auf Europas größter Baustelle mehr als drei Millionen Kubikmeter Material zu einem Damm von 70 Metern Höhe zusammengetragen. Damit war die Sorpetalsperre bei ihrer Eröffnung die höchste Talsperre in Deutschland.

Als Baudenkmal eingetragen wurden der Sorpedamm mit dem Kontrollgang und den beiden Grundablassbauwerken, die Triebwasserleitung zum Kraftwerk, die vier Zugangsgebäude zum Kontrollstollen, der Hochwasserüberlauf mit Kaskade und Tosbecken sowie das Pegelhäuschen und das ehemalige Betriebsleiterwohnhaus. Auch das Wasserkraftwerk, das bis heute mit dem originalen Maschinensatz betrieben wird, steht nun unter Denkmalschutz.

Auf den Ruhrverband als Betreiber der Sorpetalsperre kommt durch die Aufnahme in die Denkmalliste einiges an Mehrarbeit zu, denn jede Maßnahme, die der Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit der über 80 Jahre alten Anlage dient, muss künftig zusätzlich mit den für die Einhaltung des Denkmalschutzes zuständigen Behörden abgestimmt werden. Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten werden zudem voraussichtlich höhere Kosten verursachen, da auf den Erhalt der historischen Bausubstanz Rücksicht genommen werden muss. Vom Denkmalschutz ausgenommen sind die Steuerungselektronik, etwa im Kraftwerk, sowie die Messtechnik des Pegels Langscheid. Sie können daher nach den jeweiligen betrieblichen Anforderungen aktualisiert werden.

Der Stauraum der Sorpetalsperre macht rund 15 Prozent des gesamten Speichervolumens der Ruhrverbandstalsperren aus. Als so genannter Überjahresspeicher hat die Sorpetalsperre vor allem die Aufgabe, die anderen Talsperren bei der Niedrigwasseraufhöhung der Ruhr zu unterstützen und so die Wasserversorgung von 4,6 Millionen Menschen im Ruhreinzugsgebiet und darüber hinaus zu sichern. Überjahresspeicher sind Talsperren, deren Speichervermögen größer ist als die ihr im Mittel zufließende jährliche Wassermenge und die deshalb mehr als ein Jahr zur vollständigen Füllung benötigen. Daneben dient die Sorpetalsperre auch der Energiegewinnung und bietet Raum für eine ganze Reihe wassersportlicher Aktivitäten.

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