Sophienkirche erhält erneut Fördermittel

Die Sophienkirche in Berlins Mitte wurde 1712 ursprünglich im Typ der Berliner protestantischen Predigerkirche als querorientierte schlichte Emporensaalkirche erbaut, die von einem hohen Walmdach überragt wird. Die ersten Entwürfe stammen vermutlich von Philipp Gerlach. Der von Königin Sophie Luise gestiftete Kirchenbau erhielt von 1729 bis 1735 nach dem Entwurf von Johann Friedrich Grael einen stattlichen Turm, der in seiner Erscheinungsform dem einstigen nahegelegenen Münzturm von Schlüter verpflichtet war. Es handelt sich um den letzten hochaufragenden barocken Kirchturm in Berlin. In seiner Erscheinung prägen ihn die verputzten Flächen und die Sandsteingliederung. Der obere Teil des Turms springt stark zurück, „in Form eines plastisch bewegten Säulenaufbaues von zwei Geschossen ionischer Ordnung mit lebhaft geschweifter Haube“, wie Georg Dehio ihn beschreibt.

Das Kirchenschiff wurde 1892 nach den Plänen von Friedrich Schulze, Adolf Heyden und Kurt Berndt im Neobarockstil zu einer einschiffigen Hallenkirche mit einer dreiseitigen Empore und einer Chorapsis umgebaut. In diesem Zusammenhang erhielt die Kirche einen eisernen Dachstuhl und eine schlichte neue Innenraumfarbfassung im Stil der Neobarock. Die Sophienkirche ist in ihrer barocken Erscheinungsform und mit ihrem 70 Meter hohen Turm für Berlin eine baugeschichtlich sehr bedeutsame, einzigartige Kirche des 18. Jahrhunderts. Von der Innenausstattung sind mit Kanzel, Rokokotaufe und Orgel sowie reich gestalteten Epitaphien auf dem ehemaligen Kirchhof wichtige Teile erhalten.

Nach der Sanierung des Dachstuhls und der Dachflächen folgten Putz- und Sandsteinarbeiten, die Instandsetzung des Turms und des Turmhelms. Anschließend konnten das Schiffdach und die Fassaden instand gesetzt werden. Bei der Putzsanierung gelang es, 80 Prozent des ursprünglichen Putzes von 1894 zu erhalten. Jüngst sind eine restauratorische Sicherung der Epitaphe an der Außenfassade und die statische Ertüchtigung des Altars erfolgt.

Bereits zum fünften Mal beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) an den Instandsetzungsarbeiten der Sophienkirche in Berlin-Mitte und steuert eine Summe von über 36.000 Euro für die Restaurierung der Innenraumschale der Chorapsis bei. Bei der nun anstehenden Restaurierung erhält die Kirchengemeinde auch Unterstützung durch die Friede-Springer-Stiftung und das Landesdenkmalamt Berlin.

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Dr. Peter Schabe

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