Sieger für neues Ausstellungsgebäude im LWL-Freilichtmuseum

Das Modell des Siegers: ACMS Architekten aus Wuppertal mit FSWA Landschaftsarchitektur, Düsseldorf. Foto: LWL/Hesterbrink/Pölert

Detmold (lwl). ACMS Architekten aus Wuppertal ist in Zusammenarbeit mit FSWLA Landschaftsarchitektur, Düsseldorf, der Gewinner des Architektenwettbewerbs, den der Landschafts-verband Westfalen-Lippe (LWL) für den Neubau eines Ausstellungsgebäudes in seinem Freilichtmuseum Detmold ausgeschrieben hat. Der zweite Preis ging an Staab Architekten/Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin. Eine 42-köpfige Jury hat die eingereichten Entwürfe von 21 Architekturbüros bewertet und durchgängig einstimmig die Preise vergeben. Der LWL zeigt in einer Ausstellung alle Wettbewerbsentwürfe in der Zeit vom 30. November bis 6. Dezember (werktags 15 bis 18.30 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 15 Uhr) bei der Firma Jowat im „Haus der Technik“ (Ernst-Hilker-Straße) in Detmold.

Als nächste Schritte folgen eine Kostenüberprüfung und ein formelles Vergabeverfahren. Erst danach kann sich der LWL-Landschaftsausschuss in einem Grundsatzbeschluss auf einen der prämierten Entwürfe festlegen. Wenn der LWL-Landschaftsausschuss im Jahr 2020 den Baubeschluss fasst, wird das Gebäude voraussichtlich im Jahr 2023 fertiggestellt. Dann kann das LWL-Freilichtmuseum ganzjährig öffnen.

„Das skulpturale Gebäude-Ensemble von ACMS ist zwischen Architektur und Landschaft angesiedelt und entspricht in hohem Maße den Erwartungen des Auslobers. Die drei Baukörper sind gut organisiert, schaffen einen spannenden und räumlich gut gefassten Zugang vom Eingang in das Freilichtmuseum“, erklärt Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Volker Droste aus Oldenburg. Rund 3.000 Quadratmeter soll das Gebäude umfassen und neben zwei 800 und 300 Quadratmeter großen Ausstellungsräumen Platz für museumspädagogische Programme, Kassen, Shop, Gastronomie und sanitäre Anlagen bieten. Das Gebäude soll rund 16 Millionen Euro kosten. Auch LWL-Direktor Matthias Löb zeigt sich begeistert vom Wettbewerbsergebnis: „Detmold ist das größte Freilichtmuseum in Deutschland und sicherlich auch eines der schönsten. Das von ACMS konzipierte Ausstellungsgebäude wäre eine besonders wichtige Investition in die Zukunft des Museums: Wir wollen ja weit mehr zeigen als schöne Gebäude und ländliche Lebensweise. Themen der Alltagskultur, die nahe an den Menschen sind, sollen zeitgemäß vermittelt werden, so dass gerade auch jüngere Besucher angesprochen werden.“

„Um unser Freilichtmuseum zukunftsfähig zu machen, sind attraktive, barrierefreie Ausstellungsflächen unerlässlich. Die geplanten Ausstellungsräume sind zusammenhängend organisiert und lassen abwechslungsreiche und spannende Ausstellungen mit hochkarätigen Leihgaben erwarten. Selbst die meisten der rund 300.000 Exponate der eigenen Museumssammlung konnten wir bisher aus Platzmangel oder klimabedingten Gründen nicht zeigen“, erklärt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Ergänzend wird es Entdeckerwerkstätten, museumspädagogische Räume sowie einen Filmraum geben, damit auch eine Zielgruppen orientierte und innovative Vermittlung garantiert werden kann.“

Darüber hinaus bietet das Gebäude die Chance, stärker an die Museumsbesucher heranzurücken, vor allem auch die jüngeren. „Es genügt definitiv nicht mehr, Objekte einfach nur in Vitrinen zu zeigen. Die Museumsbesucher erwarten Erlebnisse, sie möchten besondere Erfahrungen sammeln. Daher werden wir in einem neuen Gebäude ein besonderes Augenmerk auf die zeit-gemäße Vermittlung der Themen legen“, kündigte Löb an. Das LWL-Freilichtmuseum will gesellschaftlich und ökologisch relevante Themen präsentieren. „Daher freue ich mich, dass das Büro ACMS auch für unsere Zielsetzung, einen ökologisch intelligenten Neubau zu errichten, der mit möglichst wenig Energie auskommt, clevere Lösungsvorschläge gemacht hat.“ Maßgebende Konstruktions- und Ausbaubereiche werden in Holz nach den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens ausgeführt. Darüber hinaus sollen recycelte Materialien verwendet werden.

„Jetzt sind die politischen Gremien des LWL gefragt. Ich hoffe sehr, dass der Entwurf – trotz der erheblichen Investitionssumme von ca 16 Mio. Euro – eine breite Mehrheit finden wird“, so Löb.

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