Seitenflügel-Arbeiten von Schloss Philippsruhe werden gefördert

Schloss Philipsruhe im Westen der Stadt Hanau. Foto: Rainer Lippert/CC BY-SA 3.0
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Hanau-Kesselstadt (dsd/aw). Die Arbeiten am Dach des Seitenflügels von Schloss Philippsruhe in Hanau-Kesselstadt werden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 80.000 Euro gefördert. Nach einem Brand im Dachstuhl 1984 mussten die Räume mit ihren Stuckdecken, den Malereien, Tapeten und Böden, die besonders durch Löschwasser geschädigt waren, sowie das Dachtragewerk mit der Kuppel wiederhergestellt werden. Damals fanden sich auch Schäden an den Seitenflügeln: durch eine undichte Dachdeckung hatten sich bereits Hausschwamm und Holzschäden an der Dachkonstruktion, den Gauben sowie den Deckenbalken der Decke über dem Erdgeschoss entwickelt.

Im westlichen Hanauer Stadtteil Kesselstadt, nahe des Zusammenflusses von Main und Kinzig, liegt Schloss Philippsruhe mit seinem Park. 1701 ließ Graf Philipp Reinhard von Hanau hier den Grundstein für ein Lustschloss legen, das seinen Namen trägt. Die Pläne von Julius Ludwig Rothweil, weitergeführt von Jacques Girard, orientierten sich an den Vorbildern der französischen Schlösser. Ein dominanter Mittelbau mit zweigeschossigen Seitenbauten umgeben den Corps de Logis, Seitenflügel mit Eckpavillons unterstreichen die Dominanz des Mittelbaues. 1706 wurden Marstall und die Remise ergänzt. Bei der Erweiterung um 1830 ließ Landgraf Friedrich Wilhelm den Mitteltrakt um drei Fensterachsen nach vorne erweitern sowie das heutige Haupttreppenhaus und den vorgelagerten Säulenportikus ergänzen.

Damals wurden im Stil der Zeit einige Räume des Schlosses mit Stuckdecken und Holzintarsien als Wandverkleidungen neu gestaltet. Heute präsentiert sich das Schloss entsprechend einer Umbauphase unter Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim Ende des 19. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance. Aus der klassizistischen Bauphase hat sich nur der Fest-saal, der sogenannte Weiße Saal, erhalten.

Eine durchgreifende Neugestaltung des ursprünglich im französischen Stil angelegten Parks erfolgte unter dem Landgrafen Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim. Der schwedische Landschaftsarchitekt Jens Person Lindahl schuf auf dem vorhandenen Gartenparterre einen neu gestalteten, einheitlichen Landschaftsgarten. Voraussetzung für die Anlage war, dass das Gelände als Hochwasserschutz aufgeschüttet und von einer sechs Meter hohen Stützmauer umgeben wurde. Ein Deich verband den Park mit dem Stadtschloss der Grafen in der Altstadt von Hanau.

Heute gehört das Ensemble der Stadt und wird als Museum zur Stadtgeschichte Hanaus, der Hanauer Kunst des 20. Jahrhunderts sowie als Papiertheater-Museum genutzt. Orangerie und Teehaus dienen im Rahmen von Veranstaltungen wie dem Brüder Grimm Märchenfestspielen und den Philippsruher Schlosskonzerten als Spielstätten.

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