Schwabtunnel wird mit Denkmalstiftung-Fördermitteln saniert

Schwabtunnel in Stuttgart. Foto: Denkmalstiftung Baden-Württemberg

Stuttgart (dsbw/aw). Stuttgarts ältester Tunnel ist ein besonders schmuckes Bauwerk. Löwenkopfreliefs wachen über den Eingängen des Schwabtunnels, auf dem Südportal thronen klassizistische Steinskulpturen von Theodor Bausch. Zwei Treppenaufgänge mit dekorativem Geländer rahmen den Tunnel rechts und links ein. Jetzt muss das Kulturdenkmal aus den Erbauungsjahren 1894 bis 1896 dringend saniert werden, denn Wasser und Salz haben ihm erheblich zugesetzt. Bis zu seinem 125-jährigen Jubiläum soll der Schwabtunnel instand gesetzt sein. „Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg stellt der Stadt Stuttgart dafür 100.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale zur Verfügung“ so der Vorsitzende des Vorstands, Dr. Rainer Prewo bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags.

Als „ein herausragendes Zeugnis der Technik-, Stadt- und Verkehrsbaugeschichte in Stuttgart“ bewertet das Landesdenkmalamt den repräsentativen Tunnel aus der Gründerzeit, der nach den Plänen von Stadtbaurat Karl Kölle erbaut wurde. Den Hasenberg durchquerend, zielte er darauf ab, die damalige Arbeitervorstadt Heslach besser an die Fabriken im Westen der Stadt anzubinden. Neben Pferdefuhrwerken passierten damals 4000 Menschen täglich den Schwabtunnel. Mit seinen 10,5 Metern Breite galt er damals nicht nur als der breiteste Tunnel, sondern als der erste innerstädtische Tunnel Europas überhaupt.

Weltweit gilt der Schwabtunnel als der erste, durch den jemals ein Automobil gefahren ist, und vor 1900 auch die jemals erste Straßenbahn. 1972 fuhr die letzte Tram durch die 125 Meter lange und achteinhalb Meter hohe Röhre, die im Zweiten Weltkrieg den Stuttgartern als Luftschutzbunker diente. Jetzt teilen sich Autos, Radfahrer und Fußgänger das mit Zement abgedichtete Backsteingewölbe, das durch Tausalzbelastung deutlich in die Jahre gekommen ist und zu bröckeln beginnt.

Die Tunnelportale und die damit verbundenen Treppenaufgänge sind erheblich sanierungsbedürftig und müssen abgedichtet werden, um weiteres Eindringen von Wasser und Salz zu unterbinden. Im Zuge der Sanierung muss das Bauwerk grundlegend gereinigt werden, die Treppenstufen neu versetzt, das Geländer restauriert, Natursteine ersetzt und Ziegelmauern in Ordnung gebracht werden.

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