Schlote des Chemiefaserwerks werden gesprengt

Am Mittwoch wird im Industriepark Premnitz (Landkreis Havelland) eine Doppelsprengung durchgeführt. Mit nur drei bis fünf Sekunden Abstand werden die beiden ehemaligen Abluftschlote des einstigen Chemiefaserwerks – Gebäude 405 – umgelegt. Der eine Schornstein hat eine Höhe von 67,50 Metern und der Zweite eine Höhe von 61,50 Metern. Fallen beide planmäßig, entstehen rund 2.600 Tonnen Schutt. Diese Maßnahme ist Teil der Revitalisierung der Chemiebrache, die von diesem Jahr bis 2017 durchgeführt und rund zehn Millionen Euro kosten wird (wir berichteten). Eine genaue Uhrzeit für die Sprengung steht noch nicht fest, das Industrieparkzentrum wird dafür aus Sicherheitsgründen zeitnah geräumt.

Die Sprengung führt die Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (ipg) im Auftrag der Stadt Premnitz durch. Zuerst wird Schornstein 2 aus dem Jahr 1939 gesprengt, dann folgt zeitlich versetzt der andere Schlot aus den zwanziger Jahren. Bei beiden Schloten werden Fallrichtungssprengungen ausgeführt. Um die Straße Am Wasserturm zu schützen, installiert man ein zwei Meter hohes Sandbett, auf das Schlot Nummer 2 fallen soll – also in Richtung Industrieparkzentrum. Diese Sicherheitsmaßnahme ist wichtig, da in der Erde eine alte 50-Zentimeter-Havelwasserleitung liegt, die noch in Nutzung ist. Schornstein 1 soll in Richtung Friedrich-Engels-Straße fallen.

Für die Sprengungen werden zwei Straßenlaternen und zwei Bäume entfernt. Letztere werden danach an gleicher Stelle wieder eingegraben. Mit Komplikationen rechnet die ipg nicht. Schornstein 2 jedoch könnte von den Berechnungen während der Sprengung abweichen, denn dieser hat bereits Risse und es wäre möglich, dass sich dieser währenddessen bereits ein wenig selbst zerlegt. Stehen bleiben wird auf dem Gelände der nach der Wende installierte, kleinere Abluftschlot aus Kunststoff. Dieser wird später demontiert. (aw)

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