Schlossruine Eichenbarleben

Mit dem Schloss Hundisburg zusammen erworben, wurde es ab 1565 durch Joachim I. von Alvensleben aus Erxleben zu einer selbständigen Herrschaft erhoben und als geräumige Schlossanlage mit runden Ecktürmen für seinen jüngsten Sohn ausgebaut. Auch hier gründete Joachim eine Lateinschule, die jedoch den dreißigjährigen Krieg nicht überlebte. Der Nachfolger, Gebhard Johann I. von Alvensleben, richtete eine Sternwarte ein. Wohngebäude und Ecktürme der Burg mussten nach Kriegszerstörungen 1654-1655 wiederhergestellt werden. 1703 gab man den erst 1654 neu errichteten Palas an der Nordseite des Burghofs auf, um das 1701-1703 gegenüber erbaute Herrenhaus zu beziehen, das noch existiert. Einige Innenräume erhielten Stuckdekorationen in Rokokoformen. Einzelheiten lassen vermuten, dass der braunschweigische Hofbaumeister Hermann Korb wie im nahen Hundisburg kurz darauf auch in Eichenbarleben tätig war.

Helene von der Schulenburg, die Witwe des Bauherrn und Schwester der Herrin in Hundisburg, ließ den Eckturm neben dem Tor und das angrenzende Gebäude als reizvollsten Teil des Ganzen für sich umgestalten. Seit 1700 war Eichenbarleben Hauptsitz einer weit verzweigten Linie, in der höhere militärische Begabung immer wieder hervortrat. Die preußischen Generäle Gustav und Constantin von Alvensleben wurden hier geboren. 1813 vom Hause Erxleben II angekauft, fiel der Burgbesitz 1858 im Erbgang an die Herren von Krosigk, die ihn bis 1945 innehatten.

_G105454
_G105455
_G105461
_G105476
_G105478
_G105485
_G105494
_G105495
_G105500
_G105509
_G105512
_G105522
_G105523

Die Rekonstruktion entspricht einem Zustand, der vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis 1870 bestanden hat. Damals wurde das Haupttor verlegt, der Graben großenteils zugeworfen und der formale Garten als englische Anlage bis ans Haus geführt. Das im dreißigjährigen Krieg zerstörte Schloss muss einen Bergfried und ein mit Renaissancegiebeln besetztes Herrenhaus besessen haben. Die im Hintergrund sichtbare Kirche, von Margaretha v. d. Asseburg, der Witwe Joachims, erbaut und durch Helene v. d. Schulenburg barock erneuert, ist mit interessanten Grabmälern des 16.-18. Jahrhunderts geschmückt. Sie vermitteln eine gute Vorstellung von der damaligen Bedeutung der Burg.

Heute ist das gesamte Gelände in einem traurigen Zustand. Die noch existenten Gebäude verfallen immer mehr und auch die Fassaden leiden unter den Witterungseinflüssen. Man kann nur erahnen, welchen Prunk und Glanz das gesamte Anwesen mit den riesigen Parkanlagen und Gebäudetrakten früher einmal ausgestrahlt hat. Auch der ehemalige Burgraben ist heute zugewuchert und teilweise aufgeschüttet. Auf dem Schlosshof, unmittelbar nach der Durchfahrt durch eines der Burgzufahrten befinden sich heute mehrere Wohnhäuser.

Quelle: Wikipedia

Dokumenten Information
Copyright © rottenplaces 2010
Dokument erstellt am 26.09.2010
Letzte Änderung am 30.06.2014

Vorheriger ArtikelVilla (Kinderheim) Nordstern
Nächster ArtikelVideo: Krupp Villen
André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.