Schloss Rheder: Dachsanierung mit Altmaterial von anderen Dächern

Schloss Rheder in Brakel. Foto: Psychogerd/CC BY-SA 4.0

Brakel (dsd/aw). Für die Dachsanierung von Schloss Rheder in Brakel im Landkreis Höxter stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale 44.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörenden symbolischen Fördervertrag überbrachte Kristin Wichert, Ortskuratorin Paderborn der DSD, jetzt an Gabriele und Ferdinand von Spiegel. Das einstige Wasserschloss Rheder steht mitten im Ort am Standort einer mittelalterlichen Wasserburg. Die östlich vor dem Herrenhaus liegende, verputzte Vorburg mit einer etwa 120 Meter breiten Front rahmen zwei achteckige Eckpavillons. Die zentrale Tordurchfahrt zeigt prächtigen plastischen Giebelschmuck.

Das Schloss wurde 1717/1718 von Conrad Schlaun errichtet. Das zweigeschossige, spätbarocke Herrenhaus erhebt sich über einem durchfensterten Kellergeschoss. Die kurzen, nur angedeuteten Seitenflügel werden von Ecklisenen aus Werkstein gerahmt. An seiner Ostseite setzt ein Mittelrisalit mit schmucklosem Dreiecksgiebel einen Akzent. Zum Portal führt eine zweiläufige Freitreppe.

Im Inneren schmückt das Gebäude reicher Rokoko-Stuck. Besondere Kostbarkeiten stellen das sogenannte Chinesische Zimmer mit einer handbemalten Stofftapete aus der Zeit um 1770 und der reich stuckierte Gartensaal auf achteckigem Grundriss dar. Im südlichen Teil des Herrenhauses befindet sich eine Schlosskapelle mit Rokoko-Dekoration.

Der Schlosspark im Stil eines Englischen Landschaftsgartens liegt größtenteils östlich der Gebäude. Besonders auffällig ist seine breite Sichtachse, die vom Gartensaal des Herrenhauses ausgehend geradlinig zum östlich gelegenen Sieseberg führt. Zum Park gehören auch eine nördlich des Herrenhauses stehende Turmruine aus dem 19. Jahrhundert und der ehemalige Küchengarten des Schlosses.

Die regionaltypische Dachdeckung aus Sollingsandstein findet sich auf allen Gebäuden von Schloss Rheder. Das Herrenhaus wurde mit der ungewöhnlichen Form der Schuppendeckung gedeckt. Die Wirtschaftsgebäude sind in Rechteckdeckung gedeckt. Die zerstörten Steine werden durch geborgenes Altmaterial von anderen Dächern ersetzt.

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