Schachtanlage Paul II

Erbaut wurde der Schacht in den Jahren 1896 bis 1897, beschäftigte Jahre später fast 100 Mitarbeiter und wurde 1911 in „Schachtanlage Paul II“ umbenannt. In rund 60 Metern baute man das „schwarze Gold“ ab. Vom Schacht wurde die abgebaute Kohle per Seilbahn zur Brikettfabrik “Paul I” bei Luckenau gebracht. Dies hatte über die Jahre zur Folge, dass mit dem voranschreitenden Abbau der Tiefbaufelder Bruchfelder entstanden, sodass der Förderturm aus dem Jahr 1900 – der letzte in der Region – auf einer Anhöhe stand. 1923 schloss man die Schachtanlage an das Stromnetz an und 1925 ersetzte man die Drahtseilbahn durch eine Kettenbahn. Diese ist noch heute im Landschaftsbild sichtbar.

1959 erfolgte die Einstellung des Betriebs der Schachtanlage. Man stellte die Gebäude unter Denkmalschutz. Die Schachtanlage ist der letzte Zeitzeuge des Braunkohletiefbaus im Zeitzer-Weißenfelser Revier, der von 1860 bis 1947 betrieben wurde. Heute nutzen Unbekannte das Areal als illegale Mülldeponie. Die Gebäude machen einen verwahrlosten Eindruck, Tapeten hängen von den Decken, Fensterrahmen sind herausgebrochen. Die eigentliche Schachtanlage ist eingezäunt. Was mit dem Gelände geschehen soll, ist unklar. In den letzten Jahren gab es Planungen, Paul II zusammen mit den Resten der Schwelerei Groitzschen in den Mitteldeutschen Umwelt- und Technikpark Zeitz mit aufzunehmen – dieses Vorhaben verwarf man aber.

Quelle: Wikipedia, Mitteldeutsche Zeitung

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Dokument erstellt am 27.03.2014
Letzte Änderung am 27.03.2014

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.