RVR verlängert Zusammenarbeit mit Kokerei Hansa

Kokerei Hansa. Foto: rottenplaces Archivfoto.
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Essen/Dortmund (aw). Wie der Regionalverband Ruhr (RVR) jetzt mitteilte, wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Kokerei Hansa um weitere zehn Jahre verlängert. Der neue Standortvertrag sieht vor, dass der RVR mit Unterstützung des Landes NRW die Kokerei Hansa mit 855.000 Euro pro Jahr finanziell unterstützt. Nachdem RVR und Land NRW bereits Anfang Mai den Rahmenvertrag über die fünf Großstandorte der Route der Industriekultur unterzeichnet haben, wurde nun der erste Standortvertrag für die Kokerei Hansa von Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr und Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege, in Dortmund unterschrieben.

„Die erfolgreiche Aufbauarbeit an den einzelnen Standorten wird jetzt mit der Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre weitergeführt. Und ein Blick auf die stetig steigenden Besucherzahlen zeigt, dass es sich lohnt, die Kokerei Hansa als lebendigen Ort der Erinnerung zu bewahren und zu nutzen“, sagt Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr. Und Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, ergänzt: „Die Unterstützung des RVR und des Landes NRW hat den Ankerpunkt Kokerei Hansa in Bezug auf das Erscheinungsbild und die Attraktivität des Standortes enorm voran gebracht. Dass uns in den nächsten zehn Jahren weiterhin Gelder für die Grundsicherung- und Instandhaltung des Denkmals anvertraut werden, betrachten wir als eine Bestätigung unserer Arbeit, die letztendlich den Gästen der Kokerei Hansa und damit auch der Route der Industriekultur spürbar zugute kommt.“

Die einzelnen Maßnahmen, die aus den vertraglich vereinbarten Mitteln ermöglicht werden, werden jährlich zwischen dem RVR und den Standortbetreibern abgestimmt. So wurden beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren am Standort Kokerei Hansa Instandsetzungsmaßnahmen in Höhe von circa 2.930.000 Euro ausgeführt. Bei den größeren Instandsetzungsmaßnahmen handelte es sich zum Beispiel im Jahr 2009 um die Instandsetzung des Vorplatzes (275.000 Euro), die Instandsetzung eines Teils der Entwässerung (92.000 Euro) und in den Jahren 2011 bis 2014 konnte der Erlebnispfades saniert werden (rund eine Millionen Euro). Die Besucherzahlen zeigen, dass sich die Investitionen zum Erhalt des industriekulturellen Erbes lohnen: Etwa 142.000 Gäste besuchten im Jahr 2015 die Dortmunder Kokerei. Ein Jahr später waren es rund 188.800 Besucher.

Hintergrund

Im Rahmen des neuen Vertrages engagieren sich Land und RVR stärker als bisher an den fünf Großstandorten Landschaftspark Duisburg-Nord, Gasometer Oberhausen, Welterbe Zollverein (Zeche und Kokerei) in Essen, Gebäudeensemble Jahrhunderthalle Bochum sowie Kokerei Hansa in Dortmund. Das Land NRW hebt seine Unterstützung für die Grundsicherung der herausragenden Industriedenkmäler von jährlich 3,6 auf 5,6 Millionen Euro bis 2026 an. Der RVR erhöht seinen Zuschuss für Instandsetzungen an den Großstandorten von 2,5 auf 3,9 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt stehen pro Jahr somit 9,5 Millionen Euro für die fünf Standorte bereit.

Die Route der Industriekultur erschließt auf einem 400 Kilometer langen Straßenrundkurs das industriekulturelle Erbe der Metropole Ruhr. Zum Kernnetz zählen 25 bedeutende Industriedenkmäler, die sogenannten Ankerpunkte, sowie 17 Aussichtspunkte und 13 Arbeitersiedlungen. 2016 erreichten die Besucherzahlen an diesen 25 Ankerpunkten mit rund 6,5 Millionen Gästen einen neuen Rekord. Allein 3,7 Millionen Besucher entfielen auf die fünf Großstandorte.

Weitere Informationen zur Route: www.route-industriekultur.rvr.ruhr

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende „rottenplaces Magazin“ schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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