RuhrtalBahn startete mit vier Linien in die neue Saison

Der rote Schienenbus der RuhrtalBahn wird nach einem Jahr Pause wieder im Bahnhof Herdecke Station machen. Foto: RuhrtalBahn/Zarges
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Münster (pen/aw). Nach dem Ende der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnmuseum Bochum startet die RuhrtalBahn mit Angeboten auf vier Linien sowie elf Sonderfahrten in die Saison 2018. Auf die Schiene gesetzt werden diese mit Unterstützung des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie in Zusammenarbeit mit den Hammer Eisenbahnfreunden und den Eisenbahnfreunden Witten.

Woche für Woche wird der fast 60 Jahre alte rote Schienenbus der RuhrtalBahn, bekannt als VT 98, von Mai bis Oktober im Ruhrtal unterwegs sein. Auf der Linie H pendelt der Zug auf gut 30 Kilometern zwischen Hagen-Hauptbahnhof und Hattingen. Gefahren wird an jedem ersten und dritten Freitag sowie an jedem zweiten und vierten Samstag. „Es gibt jeweils zwei Fahrten in jede Richtung. Das erste Abfahrtssignal in Hagen ertönt um die Mittagszeit, den Zug verlassen werden die letzten Passagiere um 18.05 Uhr“, skizziert Geschäftsführer Stefan Tigges den Plan der Linie mit den meisten Fahrtagen.

Immer wieder sonntags sorgt der Schienenbus zwischen Witten Hauptbahnhof und Hattingen für Bahnbetrieb. „Ein Höhepunkt“, so Tigges, „auf den 17 Kilometern der Linie W ist ohne Frage die Fahrt über das Wittener Eisenbahnviadukt. Dies ist ja eigentlich dem Güterverkehr vorbehalten.“ Die insgesamt sechs Fahrten pro Sonntag hat die RuhrtalBahn ebenfalls von Mai bis Oktober im Angebot. Stillstand herrscht nur an jedem ersten Sonntag im Monat. Als Ausgleich gibt es diverse Zusatzfahrten an Feiertagen im April, Mai und Oktober.

Der Startschuss für die diesjährige Saison fiel am Ostersonntag, 1. April, auf der Linie V. Ab sofort stehen gleich mehrere Premieren für die RuhrtalBahn an. Erstmals werden die Bahnhöfe von Witten, Schwelm und Wuppertal angesteuert, erstmals ist die Diesellok V 200 aus den 1960er Jahren im Ennepe-Ruhr-Kreis im Linienverkehr im Einsatz. Auch hier führt jede der insgesamt vier je 44 Kilometer lange Tagesfahrten über das Wittener Viadukt.

„Die vielen als ´Wirtschaftswunderzug´ bekannte Zusammenstellung aus Lok und Waggons stammt von unserem Kooperationspartnern aus Hamm“, erläutert Tigges. Er freut sich zum einen auf die Atmosphäre im Zug. „Umklappbare Sitzbänke, Fenster zum Öffnen und dabei einen Kaffee. So muss Bahnfahren sein“. Zum anderen auf das Café Bahnsteigblick der Wittener Eisenbahnfreunde samt kleiner, aber feiner Museumsausstellung. Weitere Fahrtage auf der Linie V sind für die Sonntage 3. Juni, 5. August und 7. Oktober vorgesehen.

Das erhoffte Comeback des Teckels auf der Linie T ist für Sonntag, 6. Mai geplant. Weitere Zustiegsmöglichkeiten gibt es an den Sonntagen, 1. Juli und 2. September. Als Besonderheiten beim Pendeln zwischen Herdecke und der Ennepetaler Kluterthöhle gelten die Fahrt über das Ruhrviadukt sowie die straßenbahnähnliche Schienenführung durch die Städte Gevelsberg und Ennepetal. „Und wie immer bei Fahrten mit dem Schienenbus kann dem Lokführer über die Schulter geschaut werden“, weckt Tigges die Neugierde. Hin- und Rückfahrt auf allen Gesamtstrecken kosten 20 Euro, Teilstrecken sind möglich. Für Kinder bis einschließlich 14 Jahren gilt wie schon seit Jahren: Bis zu drei von ihnen fahren in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos.

„Wer bei unseren neuen Angeboten den Überblick behalten möchte, nutzt sinnvollerweise unsere Internetseite (www.ruhrtalbahn.de) oder besorgt sich unsere Freizeitkarte 2018“, rät Tigges. Dort finden sich auch Daten und Informationen zu den elf Schienenbus-Sonderfahrten durch das westliche Ruhrgebiet, das östliche Ruhrgebiet, das Bergische Land samt Passage der Müngstener Brücke sowie zu Nikolaus.

Nostalgischer Bahnverkehr im Ruhrtal

Neben der RuhtalBahn ist ab diesem Jahr das Bochumer Eisenbahnmuseum erstmals wieder mit Zügen in Eigenregie zwischen Bochum-Dahlhausen und Wengern Ost unterwegs. Gefahren wird an den ersten Samstagen und Sonntagen von April bis Oktober. Im Einsatz sind der Wismarer Schienenbus – bekannt als „Schweineschnäuzchen“ – sowie ein Zug mit nostalgischen Reisezugwagen aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Da für die Dampflokomotive 38 2267 – die preußische P8 – in diesem Jahr die Hauptuntersuchung ansteht, setzt das Museum für diesen Zug wechselnde Lokomotiven ein.

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