Rückbau der City-Hof Hochhäuser soll zügig beginnen

Vier Hochhäuser des City-Hofes. Foto: Ajepbah/CC BY-SA 3.0

Hamburg (aw). Die Stadt Hamburg prescht bezüglich des Rückbaus der vier City-Hof Hochhäuser entgegen aller Kritiken nach vorne und will mit der Entfernung der stadtprägenden Wohnkulisse zügig beginnen. Als Grund gibt die Stadt spezielle Großbagger vom Typ Liebherr R960 an, die zum Einsatz kommen sollen. Von denen gibt es allerdings in der gesamten Bundesrepublik nur zehn Exemplare. Für die Vorbestellungszeit müsse man mit einem Jahr rechnen. Würde man jetzt noch länger warten, wäre mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen zu rechnen. Der Rückbau soll noch im Mai beginnen. Im zweiten Halbjahr 2020 soll dann mit den Neubau für Büros, Hotel, Gastronomie und 140 Wohnungen begonnen werden.

Die vier Hochhäuser am Hauptbahnhof, erbaut 1956/58 gehören zu den markantesten Nachkriegsbauten in der Hansestadt Hamburg. Sie sind typische Bauten der internationalen Nachkriegsmoderne. Ursprünglich mit einer hellen Keramikfassade ausgestattet, wurden sie in den 1970er-Jahren mit grauen Faserzementplatten verkleidet. Das Grundstück gehört seit 2006 der Stadt Hamburg.

In den 1970er-Jahren nahm man optische Veränderungen am Gebäudekomplex vor. 1972 wurden die hölzernen Schwingfenster durch weiße Kunststofffenster ersetzt, 1977 wurden über den durch die Witterung beschädigten Keramik-Platten der Fassaden Eternit-Platten angebracht. Bis 2017 diente der City-Hof vorwiegend noch als Verwaltungsgebäude des Bezirksamtes Hamburg-Mitte und steht seitdem leer. Im März 2018 erteilte die Stadt Hamburg die Abrissgenehmigung. Denkmalexperten aus der gesamten Bundesrepublik kritisierten diese Pläne scharf. Für die Denkmalschützer gelten die vier grauen Hochhäuser als ein herausragendes Beispiel für den Wiederaufbau Deutschlands und ihre späte Fassadenverkleidung sei ein exemplarischer Umgang mit der Nachkriegsarchitektur

Geplant ist auf dem Areal, wo jetzt noch die geschützten Hochhäuser stehen, ein gewaltiger Neubau: ein Gebäuderiegel, der aus drei einzelnen Häusern für ein 4-Sterne-Hotel besteht, geförderte und freifinanzierte Mietwohnungen beinhaltet und diverse Büroflächen. Einzelhandel, Gastronomie und Kultur soll im Erdgeschoss einziehen. Hoch oben ist ein Kindergarten mit Dachterrasse geplant. Die Stadt Hamburg hatte seit vielen Jahren Pläne für den City-Hof, stellte diesen 2013 unter Denkmalschutz. Übrigens mit ähnlichen Argumenten wie die Denkmalexperten.

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