„Rote Liste“ macht bedrohte prägende Orte sichtbar

Rote Liste Hamburg. Foto: Screenshot.

Hamburg (aw). Der Verein „nexthamburg e.V.“ – der das Ziel hat, die öffentliche Diskussionskultur der Stadt zu fördern – hat mit der „Roten Liste Hamburg“ ein virtuelles Register geschaffen, das die bedrohten Orte und Bauten Hamburgs auflistet und sichtbar macht. Die Rote Liste hat das Ziel, von Umbau und Überformung bedrohte wertvolle und für die Stadt prägende Orte nicht nur aufzuzeigen, sondern Interessierte auch zu motivieren, neue Konzepte für jene Bauwerke zu finden – sofern möglich.

Mit der Roten Liste sollen Diskussionen angeregt werden, welche Orte auch abseits klassischer Denkmalschutz-Kriterien geschützt werden sollten. Denn viele Orte sind zwar nicht denkmalgeschützt, aber dennoch sehr prägend für ihre Umgebung. Solche Orte sind nicht selten von Veränderung bedroht – und mit ihnen der Charakter eines ganzen Stadtviertels. Die Rote Liste richtet sich ausdrücklich nicht gegen Veränderung. Sie möchte aber sensibilisieren, Veränderung behutsam anzugehen und genau abzuwägen, an welchen Orten sich vielleicht die Seele der Stadt festmacht.

Die Rote Liste unterscheidet Orte, die unmittelbar vor der Veränderung stehen (akut bedroht) – hier ist oft nichts mehr zu retten – von Orten, die durch Eigentümerwechsel oder kommunizierte Umbauabsicht absehbar gefährdet sind. Hier kann die Diskussion sicher einfacher beeinflusst werden. Außerdem werden prägende Orte und Bauten dargestellt, die Hamburg verloren hat. Hier hoffen die Macher, mit der Hilfe Vieler ein Archiv der verlorenen Schätze Hamburgs aufzubauen.

Nach Angaben des Portals kann jeder mithilfe des Onlineformulars Orte oder Gebäude zur Roten Liste hinzufügen. Erwünscht sind Einträge, die einen konkreten Ort oder ein konkretes Gebäude benennen. Für generelle Meinungsäußerungen oder andere Kommentare kann die Kommentarfunktion genutzt werden. Generell gelten die Regeln der Redefreiheit.

Die „Rote Liste Hamburg“ archiviert Objekte nach den Kategorien „Akut gefährdet“, „Gefährdet“ und „Verschwunden“. Derzeit sind 111 Lokationen gelistet (Stand 23.02.2017). Nur durch die Motivation und Bereitschaft der Masse kann dieses Archiv erfolgreich ausgebaut werden. Zur „Roten Liste Hamburg“ gelangen Sie unter www.nexthamburg.de/redlist/

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