Röderschlösschen in Liebenstein wird gesichert

Röderschlösschen in der Gemeinde Liebenstein. Foto: Michael Sander/CC BY-SA 3.0

Liebenstein (aw). Ende letzten Jahren konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 10.000 Euro für die statisch-konstruktive Erdgeschosssanierung des Röderschlösschens in Liebenstein (Ilm-Kreis) zur Verfügung stellen. Jetzt informierten sich Hartmut Ellrich, Ortskurator Gotha/Gothaer Land der DSD, und Paul Müller von Lotto Thüringen gemeinsam mit Gebietsreferentin Silvia Britz vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege samt Bürgermeister Jörg Becker, um sich die anstehenden Arbeiten erläutern zu lassen.

Das sogenannte Röderschlösschen in Liebenstein ist ein dreiflügeliges Herrenhaus, das für den Freiherrn von Röder um 1750 errichtet wurde. Über einem Natursteinsockel erhebt sich der Bau, dessen verputzter Mitteltrakt sich über elf Achsen erstreckt. Die Fassade prägen ein weit vorspringender Mittelrisalit mit Pilastergliederung sowie stichbogige Fenster und Ecklisenen. Das Giebeldreieck schmücken zwei stuckierte, von Rocaillen gerahmte Wappenkartuschen. Die Fassaden der zweigeschossigen, einen kleinen Hof begrenzenden Seitenflügel sind ohne besonderen Schmuck.

Der innere Raumeindruck wurde in der Nachkriegszeit durch abgehängte Decken und vorgestellte Wände beeinträchtigt. Bei Umbauarbeiten 1997 etwa fand man Reste eines repräsentativen Treppenhauses und im einstigen Festsaal im ersten Obergeschoss eine Rokokodekoration. Die ursprünglich farbig gefasste Decke spannt sich in einer leichten Wölbung über stark profilierte Wandgesimse. Den zentralen Spiegel umschließen Blattornamente, C-Schwünge und Fabeltiere. Dekorativ sind Rocaille-Kartuschen und vielfältige Muschel- und Rankenornamente angebracht. In der Mitte des Spiegels wurde ein kreisrunder, plastisch gestalteter Blütenkranz platziert, der von einem breiten, bewegten Rahmen aus Beschlagwerk, Ranken und Akanthuslaub gefasst wird.

Das Schlösschen gelangte 1820 in den Besitz des Herzogtums Sachsen-Gotha und diente unter anderem als Sitz verschiedener Ämter sowie als herzogliches Jagdquartier. Die Gemeinde übernahm das Denkmal 1947 und nutzte es als Gemeindebüro und Heimatmuseum, für Wohnungen, Gewerbe und Bücherei. Nach der Sanierung soll das Schlösschen erneut als Bürgerhaus für Vereine, die Bücherei, das Heimatmuseum, den Seniorenclub, den Jugendtreff und das Gemeindeamt dienen.

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