Röderauer Wasserturm soll im Juli fallen

Röderau (aw). Seit langer Zeit ist bekannt, dass die Deutsche Bahn den Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Wasserturm in Röderau (Landkreis Meißen), gemeinsam mit einigen umliegenden Gebäuden, wie einem kleinen Garagenkomplex, Waschhaus, Dienstgebäude mit Pumpstation und einem Wohnhaus abreißen will. Gegen diese Pläne gab es die verschiedensten Proteste. Wie das Unternehmen jetzt bekannt gab, sollen die Arbeiten ab Juli beginnen. Das Eisenbahn-Bundesamt hat diese bereits genehmigt. Und das, obwohl das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und die Denkmalbehörde des Kreises sich ausführlich gegen den Abbruch ausgesprochen haben. Denn für beide stellt der Wasserturm ein „bedeutendes Dokument der Technikgeschichte im Allgemeinen und der Eisenbahngeschichte im Besonderen dar“. Auch der Barkhausen-Behälter habe einen hohen Seltenheitswert und zudem sieht man den Turm als Landmarke an, heißt es aus den Ämtern.

Die Denkmalschützer werfen der DB Netz AG außerdem vor, im Planungsverfahren den Bauzustand des Turmes wesentlich schlechter angegeben zu haben, als er ist. Dies alles stört das Eisenbahn Bundesamt wenig und es gehemigte den Abbruch trozdem. Denn die Bahn hat es eilig. Am 5. August möchte man mit dem nächsten Bauabschnitt für den Ausbau der Strecke Berlin-Dresden beginnen. Das Röderauer Eisenbahndreieck wird damit zur Umleitungstrecke, eine Sperrung des dortigen Bahnhofes für die Abbrucharbeiten des Wasserturms ist deshalb wenig sinnvoll. Aus diesem Grund möchte man den Wasserturm möglichst vor den beginnenden Arbeiten entfernt haben.

Somit scheint das Schicksal des Turmes also besiegelt zu sein. Da wird leider wie in vielen anderen Fällen auch ein Antrag wenig nutzen, der derzeit beim Umweltamt des Landkreises geprüft wird. In diesem wird der Bahn angezeigt, den Abbruch innerhalb der Brutzeit einheimischer Vogelarten durchführen zu wollen. Dies, obwohl selbst vom Eisenbahn-Bundesamt eine entsprechende Auflage ausgegeben wird. Laut Naturschutzbund (Nabu) reicht diese Schonzeit bis Ende Juli. Ob die Bahn sich allerdings davon beeindrucken lässt, ist eher unwahrscheinlich.

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