Rittergut in Kissenbrück erhält Stiftungs-Fördermittel

Rittergut Hedwigsburg in Kissenbrück. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD)

Kissenbrück (dsd/aw). Für die Restaurierung der vierreihigen Lindenallee am Rittergut Hedwigsburg in Kissenbrück sowie die Wiederherstellung des dortigen Schneckenbergs stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr 20.000 Euro zur Verfügung. Das Rittergut liegt südwestlich von Kissenbrück. Im Norden begrenzt es der Waustenberg, im Süden die Alte Ilse. In seinen Ursprüngen geht der Landschaftspark des Ritterguts Hedwigsburg auf die Renaissance zurück. Herzog Julius ließ in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Lustschloss mit Gartenanlagen anlegen und vermachte die Sommerresidenz der namensgebenden Gemahlin Hedwig.

1769 erwarb Oberhofmarschall Albrecht Edmond von Münchhausen das Anwesen und legte einen etwa 10 Hektar großen Landschaftspark im englischen Stil mit Rokoko-Elementen an. 1810 kaufte der Fabrikdirektor Graberg die Anlage und ließ ebenfalls Veränderungen durchführen. Seit 1932 befindet sich das Rittergut Hedwigsburg im Besitz der Familie Bennecke. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Verlust von Schloss Hedwigsburg, von dem nur das Fundament und Kellerreste erhalten sind, raubte dem Park seinen Bezugspunkt. Hauptgestaltungselemente des Landschaftsparks sind die vierreihige Lindenallee sowie der Schneckenberg, eine Art Labyrinth aus Hainbuchhecken, die zu einer Anhöhe führen.

Die Parkanlage ist öffentlich zugänglich, durch den Park führt ein Wanderweg. Derzeit ist jedoch die Bedeutung des scheinbar unspektakulären Parks nur schwer erkennbar. Das an einem Hang liegende, knapp 20 Hektar große Gelände macht den Eindruck eines gewöhnlichen Forsts. Nur bei genauerem Hinsehen entdeckt man die Reste der einstigen Parkanlage, so die Lindenallee, einen Teich, einen als Schneckenberg bezeichneten Hügel und eine weitere Allee, die nur als Schneise im Wald erkennbar ist und zu einer etwas überlebensgroßen Sandsteinfigur als Point de Vue führt. Diese Figur dürfte für viele ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei dem Park nicht um reine Natur, sondern um ein kultiviertes Areal handelt.

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