Revitalisierung des Chemiefaserwerks deutlich günstiger

Premnitz (aw). Die Revitalisierung des früheren VEB Chemiefaserwerks „Friedrich Engels“ im Industriepark Premnitz (Landkreis Havelland) wird eine halbe Million Euro günstiger. Dies ergibt sich aus der Endabrechnung. Zu Beginn der Arbeiten waren die Kosten auf zehn Millionen Euro kalkuliert worden. Während des Rückbaus stiegen die Kosten dann plötzlich auf 12,9 Millionen Euro (wir berichteten). Entsprechend der finalen Rechnung erhöhten sich die Kosten jedoch „nur“ auf 12,4 Millionen Euro. Somit werden 535.800 Euro eingespart. Damit spart die Stadt Premnitz als Bauherr beim Eigenanteil 53.800 Euro.

Explodiert waren die Kosten, weil man in den zugemauerten Kellerbereichen des Gebäudes 405 eine hohe Menge Abfälle und Bauschutt der letzten Jahrzehnte gefunden hatte, die beräumt werden mussten. Bei den Rückbauarbeiten hatte man sich Schritt für Schritt an die verwinkelten Keller herangetraut – mit verheerenden Folgen. Nach Angaben der für die Revitalisierung zuständigen Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (ipg) in Premnitz hätten die Bereiche leer sein müssen. Die Tatsache jedoch sah völlig anders aus. Vermutlich waren die Verbringungen des Mülls im Zusammenhang mit früheren Rück- oder Umbaumaßnahmen nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg wie auch zu DDR-Zeiten geschehen, aber nicht dokumentiert worden.

Die Stadt Premnitz spart zwar einen ganzen Batzen Geld, doch kann damit nichts anfangen. Denn der für die Revitalisierung der Viskosebrache Kredit darf nur für entsprechendes Vorhaben verwendet werden. Dies teilte die Kämmerin Sabine Braatz mit. Das Geld für andere Stadtausgaben zu nutzen, ist nicht möglich.

Geschichte

Das 1915 als Chemiewerk von den Vereinigten Köln-Rottweiler Pulverfabriken erbaute Ensemble ging durch eine Fusion mit der I.G. Farben in dessen Besitz über. Deren Werk wurde 1949 in einen Volkseigenen Betrieb umgewandelt und 1960 in VEB Chemiefaserwerk „Friedrich Engels“ umbenannt. 1990 wurde das Chemiefaserwerk privatisiert und unter erheblichen Umstrukturierungen in die „Märkische Faser AG“ umgewandelt. 2003 erfolgte die Schließung des Unternehmens.

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