Restaurierungsarbeiten an St. Ulrich in Seeg werden gefördert

St. Ulrich (Seeg). Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Roland Rossner

Seeg (dsd/aw). Die Restaurierung des Deckenstucks im Langhaus der Ulrichskirche in Seeg (Landkreis Ostallgäu) unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher zweckgebundener Spenden mit 56.514 Euro. Jetzt besuchte Rudolf Amann, Ortskurator Augsburg der DSD, Pfarrer Wolfgang Schnabel, um sich die Baumaßnahmen am barocken Kirchengebäude erläutern zu lassen. Vom mittelalterlichen Vorgängerbau sind heute nur noch die unteren Turmgeschosse erhalten. Beim Wiederaufbau der Kirche 1636 erhöhte man den Turm. Die heutige Kirche errichtete Joseph Miller von 1701 bis 1725 nach Plänen des bedeutenden Barockbaumeisters Johann Jakob Herkommer. Die qualitätvolle Innenausstattung erhielt die Kirche in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Den weiträumigen Saalbau mit sechs Fensterachsen und doppelter Westempore überwölbt eine flache Stichkappentonne. Die Seitenwände gliedern gepaarte Pilaster, die das Gewölbe optisch tragen. In das Gewölbe sind die großflächigen Fenster hochgeführt, die durch die breite Lichtstreuung für einen hellen lichten Raum sorgen.

Die reichen Stuckaturen in Langhaus und im Chor schuf Andreas Henkel aus Mindelheim. Das Chorgewölbe gestaltete Balthasar Riepp 1744 mit dem Fresko der „Schlacht auf dem Lechfeld“. Johann Baptist Enderle überarbeitete später Riepps Fresko und schuf die Kartuschenbilder neu. Er schuf auch das Mittelfresko „Papst Pius V. sieht im Geist die Seeschlacht von Lepanto 1571“ im Langhaus. Die Altäre sind mit malerischer, kulissenhafter Wirkung in den Raum integriert. Die beiden Seitenaltäre sind szenisch über Eck gestellt. Der Hochaltar mit Tabernakel ist eine Glanzleistung handwerklicher Kunst.

In den 1940er Jahren wurde die St. Ulrichkirche restauriert, dabei erhielt der Raum eine stumpfe, dunklere Farbigkeit. 2007 jedoch erhielt die Raumschale ihre originale Farbgebung zurück, die unter den jüngeren Fassungen erhalten geblieben war. Durch die Rückgewinnung der historischen Raumfassung gewann St. Ulrich wieder jene Raumgestaltung zurück, die sie in die erste Reihe der süddeutschen Rokokokirchen stellt.

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