Reichsbahnausbesserungswerk Zwickau

Das Reichsbahnausbesserungswerk in Zwickau wurde 1908 eröffnet und diente bis 1968 der Dampflokinstandhaltung der Baureihen 18, 19, 24, 41, 42, 43, 56, 58, 84 und 86 sowie die Baureihen 41 und 58.30. Das Raw war zu Zeiten der Deutschen Reichsbahn das personalstärkste Werk, mehr als 3.000 Bedienstete verdienten hier ihren Lebensunterhalt.

Nach der Weltwirtschaftskrise erweiterte man ab 1930 alle bestehenden Bereiche und steigerte die Aufnahmekapazität an Dampfloks. Im Zweiten Weltkrieg wurden bei Bombardements große Teile des Raw´s zerstört, sodass der Betrieb eingestellt werden musste. Nach dem Krieg baute man sämtliche Werk- und Produktionshallen modernisiert wieder auf und erweiterte noch einmal das Gelände. Man errichtete eine neue, größere Drehscheibe, Schmiede, Gießerei und erweiterte bestehende Sozialgebäude. Da man durch die große Kriegszerstörung unzählige Dampfloks und Waggons reparieren und neu aufbauen musste, stieg die Zahl der Arbeitskräfte konsequent an.

Von 1949 bis 1990 firmierte das Raw als Werk „7. Oktober“ und produziert neben der Reparatur von Loks und Waggons ab 1967 Container für die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Nach dem Weggang der Dampflokomotiven funktionierte man das Werk 1969 in eine reine Containerproduktion um. Nach der Wende führte die Deutsche Bahn das Werk zu gleichem Zweck weiter, reaktivierte aber zusätzlich die Reparaturfunktion für Güterwaggons. 1981 eröffnete man eine weitere Produktionsstätte zur Korrektur und Auswuchtung von Achsen.
Anfang der 90er Jahre stellte man die Containerproduktion aus wirtschaftlichen Gründen ein. Die Deutsche Bahn investierte noch einmal eine Millionensumme in das Werk, schloss dieses aber 2004 entgültig. 2011 wurde die ehemalige Kesselschmiede abgerissen. Seitdem stehen bis auf einen Neubau und eine Lagerhalle alle Gebäude leer.

Die Justizminister Sachsens und Thüringens, Dr. Jürgen Martens und Dr. Holger Poppenhäger, unterzeichneten im August 2014 wichtige Vereinbarungen zur gemeinsamen Justizvollzugsanstalt, die auf dem Gelände eines ehemaligen Raw errichtet werden soll. Die Verträge bilden die Grundlage für den Bau und den Betrieb der neu zu errichtenden Justizvollzugsanstalt. So konnte die gemeinsame Baukommission der Länder zum ersten Mal tagen und mit der baulichen Planung der Anstalt mit einem Kontingent von 820 Haftplätzen, davon 450 für sächsische und 370 für thüringische Gefangene, beginnen.

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Quelle: Wikipedia, Freie Presse, privat

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Dokument erstellt am 20.08.2014
Letzte Änderung am 20.08.2014

 

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

1 Kommentar

  1. Liebe Denkmalfreunde, also die beschriebene Geschichte die hier zu den Zwickauer Eisenbahnwerkstätten, dem späteren Raw Zwickau zu lesen ist, entspricht in mehreren Punkten nicht den Tatsachen und so werden leider Fehlinformationen produziert. Es gibt zum Raw Zwickau seit 2002 eine Arbeitsgemeinschaft „Historische Werkstätten und Eisenbahntechnik“. Ohne das wirken der Mitstreiter wäre das ehemalige Raw Zwickau nach dem Jahr 2004 schon Jahre früher mit dem Abriss konfrontiert worden. Ein vielseitiger Fundus bisher nicht veröffentlichter Dokumente und Bauakten auch von der Gründerzeit konnte aus der Entsorgung gerettet sowie erhalten werden. Bei Interesse an einer Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen Raw Zwickau kann gerne Kontakt aufgenommen werden. „Technische Denkmale sind Kulturdenkmale!“

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