Quedlinburg möchte Erholungsheim „Fritz Heckert“ loswerden

FDGB Erholungsheim "Fritz Heckert" in Gernrode. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Quedlinburg (aw). Seit vielen Jahren steht das ehemalige FDGB Erholungsheim „Fritz Heckert“ in Gernrode (Landkreis Harz) auf dem Kuhkopf leer und verfällt. Weil sich die Stadt Quedlinburg in diesem und in den kommenden Jahren von diversen Immobilien trennen möchte, werden jetzt Verkäufe angestrebt. Treffen wird es vor allem Immobilien, die wie Blei an den Füßen der Stadt kleben. Die Stadt wird nicht selbst als Verkäufer auftreten, sondern einen privaten Immobilienvermittler beauftragen. Dies berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“.

Treffen wird es vor allem das ehemalige FDGB Erhoungsheim „Fritz Heckert“. Im Jahr 1954 eröffnete der Feriendienst des FDGB dieses für damalige Zeiten morderne Heim, welches jeweils 147 Gästen zu allen Jahreszeiten einen angenehmen Aufenthalt bieten und mit wunderbarer Natur und Umgebung lockte. Es war gleichzeitig das erste neu gebaute Heim der Gewerkschaft. Neben den 85 modern eingerichteten Urlaubsquartieren mit fließendem Kalt- und Warmwasser, zwölf Wannenbädern und sechs Duschräumen standen den Gästen zwei Klubräume, ein Schachzimmer, ein Leseraum mit Bibliothek, ein Fernsehraum, ein Billard sowie andere kulturelle und sportliche Einrichtungen zur Verfügung.

Zum Einsatz kam zu aktiven Zeiten bereits eine moderne Ölheizung, die auch bei strenger Kälte für eine gleichbleibende Temperatur sorgte. Im Jahr 1970 erweiterte man das Erholungsheim durch den Bau eines neuen Bettenhauses sowie zusätzlicher, gastronomischer Einrichtungen für 140 Feriengäste. Mit dem Niedergang der DDR kam auch das Ende der Erholungsheime sowie des Feriendienstes der Gewerkschaften. Nach dem Abriss des Bettenhauses mit Restaurant und Kellerbar setzte man das verbliebene Ensemble 1993 auf die Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt. Seit Jahren kehren hier nur noch Neugierige, Vandalen und die Dorfjugend ein.

Mit dem Verkauf durch einen Immobilienvermittler rechnet sich die Stadt bessere Chancen auf dem Immobilienmarkt aus. Das Kaufvertragsverfahren soll durch die Vermittlung nicht berührt werden. Die Vermarktung soll öffentlich ausgeschrieben werden. 2016 hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Sachsen-Anhalt eine Anfrage zur Vermarktung des Ex-Ferienheims gestellt.

1 Kommentar

  1. Von 1993 bis heute sind ja schon einige Jahre vergangen und das Gebäude ist sicher in einen durch Vandalismus geschädigt schlechten Zustand um nicht zu sagen abbruchreif.
    Da noch einen Investor zu finden sicher kein leichtes Problem für die Stadt und das Land Sachsen – Anhalt .

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