Pumpwerk-„Moschee“ ist Zeugnis der Technikgeschichte

Die Pumpenhaus-"Moschee" in Potsdam. Foto: Suse/CC BY-SA 3.0

Potsdam (aw). Das Gebäude wirkt wie eine Moschee im orientalischen Stil, im Inneren ist jedoch eine Pumpenanlage untergebracht, der den Park von Sanssouci mit Wasser versorgt. Der Pumpwerk-„Moschee“ an der Potsdamer Havelbucht wurde jetzt eine hohe Ehrung zuteil. Am 19. Oktober 2017 würdigte die Bundesingenieurkammer das Bauwerk als Zeugnis der Technikgeschichte. Eine Ehrentafel weist künftig auf den besonderen Rang des einzigen Pumpenhauses im maurischen Stil hin. In Deutschland werden seit 2007 regelmäßig historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst ausgezeichnet.

Das Pumpenhaus entstand auf Wunsch König Friedrich Wilhelms IV. „nach Art der türkischen Moscheen mit einem Minarett als Schornstein“ in den Jahren von 1841 bis 1843 unter Leitung von Ludwig Persius. Es ist eines der Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Sowohl im Inneren als auch im Äußeren der „Moschee von Potsdam“ orientierte sich Persius an einem Baustil der maurischen Architektur, die als maurisch geprägter Spätklassizismus bezeichnet wird. Die aufwendige Gestaltung eines an sich funktionellen Hauses verdankt das Gebäude wahrscheinlich seiner exponierten Lage. Das Dampfmaschinenhaus war damals von der königlichen Gartenterrasse in Sanssouci aus sichtbar.

Betrieb mit Zwei-Zylinder-Dampfmaschine

Mitte des 19. Jahrhunderts konstruierte der Ingenieur August Borsig (1804-1854) eine etwa zwei Kilometer lange Druckleitung in den Park Sanssouci. In das „Moschee“-Pumpenhaus wurde eine Zwei-Zylinder-Dampfmaschine eingebaut, die direkt mit der Havel verbunden war. Von hier wurde das Wasser auf den Ruinenberg gebpumpt. Über ein Rohrsystem wurde das Wasser zu den Fontänen befördert. 1842 ging das System in den Regelbetrieb, dessen Technik zu dieser Zeit als echte Sensation galt. Ende des 19. Jahrhunderts modernisierte man die Technik und ersetzte die Dampfmaschine durch aktuelle Apparaturen.

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