Potsdam segnet Pläne für die Sanierung des „Minsik“ ab

Terrassenrestaurant Minsk in Potsdam. Foto: rottenplaces Archivfoto

Potsdam (aw). Die langen Jahre des Verfalls könnten nun endlich vorbei sein. Die Hasso-Plattner-Stiftung möchte das ehemalige Terrassenrestaurant „Minsk“ auf dem Brauhausberg zu einem Museum für DDR-Kunst umbauen. Die Stiftung möchte das verfallene Restaurant und das umgebende Grundstück für 20 Millionen Euro kaufen und die Immobilie originalgetreu sanieren. Auch 120 günstige Wohnungen sollen hier entstehen. Diese Wohnungen sollen das „Minsk“ nicht überragen und östlich entstehen. Auch das frühere Wasserspiele-Ensemble am Brauhausberg soll in moderner Form wiederhergestellt werden. Das Angebot der Stiftung gilt allerdings nur bis Ende April.

Ein Werkstattverfahren, besetzt mit Politikern und Bauexperten, beschloss Anfang Januar eine Lösung, die eine weitere bauliche Nutzung des Gebäudes und eine städtebauliche Integration in die künftige Umgebung ermöglichen soll. Ursprünglich sollte das Terrassenrestaurant an einen Investor verkauft werden, der die Rekordsumme von 27 Millionen Euro investieren wollte und die Immobilie abreißen wollte. Mit dem Geld sollte das Potsdamer blu-Bad finanziert werden. Doch auch Architekturexperten aus der ganzen Bundesrepublik empfahlen, das „Minsk“ zu erhalten. Entsprechend des Beschlusses des Werkstattverfahrens sollte das Minsk unbedingt erhalten werden.

Das „Minsk“ wurde 1977 anlässlich des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution eröffnet und stand seit Ende der 1990er Jahre leer. Nicht nur für die Potsdamer gilt das „Minsk“ in seiner Sichtbeton-Optik als ein bedeutendes Zeugnis für den Stil der Ostmoderne. Dessen Abbruch war bereits fast beschlossene Sache. Bis sich die Linken-Fraktion gegen diese Pläne stemmte. Auch aus der Öffentlichkeit gab es diversen Widerspruch und hitzige Diskussionen. Dann machte es sich der neue Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) ebenfalls zur Aufgabe, das „Minsk“ zu retten.

Am Mittwochabend kam die Stadtverordnetenversammlung zusammen, um über die Pläne abzustimmen. Hervorgegangen war diese Abstimmung durch eine Grundsatzentscheidung zum Plattner-Angebot, die vom Oberbürgermeister gefordert wurde. Am Dienstag hatte die Verwaltung eine Vorlage für die Sitzung der Stadtverordneten vorbereitet und veröffentlicht. Alle Stadtverordneten stimmten für die Pläne der Stiftung – Gegenstimmen gab es nicht. „Diese Entscheidung für das Konzept- und Kaufangebot erfüllt den Wunsch, das Minsk in seiner früheren Form und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Dies ist ein Glücksfall für Potsdam“, sagte der Oberbürgermeister. Vom Tisch sind jedoch die Planungen, entsprechend des Werkstattverfahrens, das „Minsk“ um zwei Stockwerke zu erhöhen, damit sich eine Sanierung lohnt. Dieser Gedanke wurde bereits im Vorfeld von Experten als „Humbug“ bezeichnet.

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