Porta Nigra – Römisches Stadttor und Wahrzeichen Triers

Porta Nigra in Trier (Feldseite), besterhaltenes römisches Bauwerk nördlich der Alpen, UNESCO Weltkulturerbe. Foto: Berthold Werner

Das frühere römische Stadttor Porta Nigra (lateinisch für „Schwarzes Tor“) am Porta-Nigra-Platz ist ein Wahrzeichen der Stadt Trier und wurde ab 170 n. Chr. errichtet. Die Porta Nigra ist ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention und seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes in Trier. Der Bau des Stadttores wurde als nördlicher Zugang zur Stadt Augusta Treverorum (Augustus-Stadt im Land der Treverer) begonnen. Endgültig fertiggestellt wurde der unter Kaiser Mark Aurel begonnene Bau nie. Beispielsweise sind die Bohrungen zur Aufnahme der Türangeln der Tore schon vorgefertigt worden. In die Drehachse der Tore ragen aber immer noch die Bossen der nicht fertig bearbeiteten Quader, so dass ein bewegliches Tor niemals eingebaut werden konnte.

Der seit dem Mittelalter bezeugte Name Porta Nigra ist wohl von der dunklen Färbung abgeleitet, die durch die Verwitterung des Kordeler Sandsteins entstand. Der Trierer Erzbischof Poppo erwirkte 1035 dem heiligen Mönch Simeon zu Ehren die Errichtung des Simeonstifts und baute das Tor zur Doppelkirche um, in deren Unterkapelle Simeon bestattet war. Die erhaltenen Stiftsgebäude gehen zum Teil auf das Jahr 1040 zurück.

Der Orgelraum der Oberkirche am Westturm ist noch deutlich erkennbar. Da man für die Kirchennutzung nur einen Turm benötigte, wurde der zweite Turmaufbau der Porta Nigra abgerissen. Dies stellt die einzige bis heute sichtbare gravierende Änderung an der Bausubstanz dar. Die eigentlichen Stadttore der Porta Nigra waren zugeschüttet worden, und man gelangte über eine Freitreppe direkt in das heute erste Stockwerk des Gebäudes. Die Funktion des Stadttores übernahm das Simeontor, das direkt im Osten an die Porta Nigra anschloss. Dieses im Vergleich zur Porta kleine Tor wurde durch den 1389 erbauten hohen Befestigungsturm, den so genannten Ramsdonkturm, geschützt.

Porta Nigra mit Simeontor während des Abbruchs der Doppelkirche. Foto: Johann Anton Ramboux

Napoleon ließ Kirche und Stift 1802 aufheben. 1804 verfügte er den Rückbau der kirchlichen Anbauten. Von 1804 bis 1809 wurde das mittelalterliche Gebäude ausgekernt. Die Preußen vollendeten ab 1815 die Abbrucharbeiten, so dass nun wieder das römische Tor zu sehen ist. Lediglich den unteren Teil der mittelalterlichen Apsis ließ man aus denkmalpflegerischen Gründen stehen. Nach dem Abschluss der Arbeiten diente das Bauwerk als Triers erstes Antikenmuseum. In den 1870er Jahren riss man die Stadtmauer und fast alle mittelalterlichen Stadttore ab, darunter auch das Simeonstor.

Seit 2005 wird die Geschichte der Porta Nigra im Rahmen der Römischen Erlebnisführung „Das Geheimnis der Porta Nigra“ durch einen Schauspieler in der Paraderüstung eines Centurio interpretiert. 2014 kam es zu einem Brand im Ostturm, der durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurde. Es kam zu handtellergroßen Abplatzungen an einem Sandsteinquader.

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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