Phrix Cellulose-Fabrik

1884 wurde die Cellulosefabrik Phrix, unmittelbar am Main liegend, von zwei Frankfurter Kaufleuten gegründet. Da beide Laien auf dem Gebiet der Zellulose-Produktion waren, verkauften die Fabrik an Philipp Offenheimer. Dieser investierte kräftig in den neuen Standort, baute auch Werkswohnungen. 1923 musste die Produktion wegen des akuten Rohstoffmangels eingestellt werden. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier auch russische und ukrainische Zwangsarbeiter eingesetzt. 1938 gab die jüdische Familie Offenheimer die Fabrik auf und wanderte in die USA aus. Nach dem Hitler-Regime erhielt Ernst Offenheimer, der Sohn Philipp Offenheimers, 1949 Fabrik zurück. Offenheimer verkaufte die Fabrik an die Phrinx-Werke GmbH. Diese bauten die Produktion deutlich aus.

Das Ende des Unternehmens kam mit der Stilllegung 1970. Nach Fehlinvestitionen verkauften die Phrix-Werke das Unternehmen an den Konkurrenten BASF. Dieser schloss das Werk. Damas verloren mehr als 1.000 Arbeiter ihren Job. Die BASF verkaufte das Unternehmen an Winfried Schäfer, der ein Verfahren entwickelt hatte, aus Altreifen Öl zu gewinnen. Über die Jahre siedelten sich hier Künstler, Musiker und mehrere kleine Betriebe an.

Zukünftig werden auf dem rund 35.000 Quadratmeter großen Areal 300 Lofts und mehrere Geschäfte sowie ein Künstlercafé entstehen. Die Substanz möchte man erhalten wo man kann. Für die Entwicklung ist das Untermehmen Brick-Consulting, für den Umbau das Frankfurter Architekturbüro Albert Speer zuständig. 2020 soll das Projekt realisiert sein.

Quellen: Höchster Kreisblatt, Frankfurter Rundschau, privat

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Dokument erstellt am 24.10.2016
Letzte Änderung am 24.10.2016

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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