Paulinum Leipzig: Epitaphien dauerhaft zugänglich

Neues Augusteum und Paulinum am Augustusplatz in Leipzig. Foto: Frank Vincentz/CC BY-SA 3.0
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Leipzig (dsd/aw). Seit vergangenem Freitag sind, seit dem Abschluss des Campusneubaus am Augustusplatz und der Eröffnung des Paulinums mit Aula und Universitätskirche St. Pauli, die 1968 aus der gesprengten Leipziger Universitätskirche geretteten Epitaphien dauerhaft zugänglich. Die aus der Zeit zwischen 1450 und 1780 stammenden Grabmale sind äußerst qualitätvoll und von großer kunst- und universitätsgeschichtlicher Bedeutung.

Mehrere Epitaphien wurden zwischen 2008 und 2015 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und ihren privaten Förderern gerettet. Darunter die Epitaphien von Hieronymus Kromayer, Benedikt Carpzow, Michael Heinrich Horn, Ferdinand Hommel, Johannes Olearius und Johann Adam Schertzer. Mit ihrem finanziellen Einsatz zugunsten der Grabmale wollten die Förderer der DSD aus verschiedenen Bundesländern mit dazu beitragen, die Leipziger Universitätsgeschichte im Gedächtnis zu bewahren und wieder erlebbar zu machen.

Das Ortskuratorium Leipzig der Deutschen Stiftung Denkmalschutz engagierte sich gemeinsam mit der Kustodie der Universität jahrelang um Spender für die rund 40 Epitaphien bedeutender Leipziger Universitätsgelehrter, die vor der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli gerettet werden konnten. Mit der Aufnahme in den Kirchenraum des Paulinums kehren sie an ihren historischen Standort zurück.

Infolge der dramatischen Bergungsumstände und jahrzehntelanger unsachgemäßer Einlagerung im Keller des ehemaligen Reichsgerichts waren umfangreiche Restaurierungsarbeiten an den 11 aus Stein, 13 aus Holz und 14 aus Metall gefertigten Denkmalen notwendig. Sie waren teilweise zerbrochen, korrodiert, von Holzwürmern angenagt bzw. von Pilzen und Schimmel befallen. 2004 kamen sie in ein – eigens dafür eingerichtetes – universitätseigenes Klimadepot. Bei der Restaurierung der Epitaphien wurde eng mit der Fachklasse Restaurierung der Hochschule für Bildende Künste in Dresden zusammengearbeitet.

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