Parkhotel Bad Münstereifel

Seit 2010 steht das Parkhotel in Bad Münstereifel im Schleidpark, früher ein Aushängeschild der Stadt, leer und verfällt zusehends. Das Urlaubs- und Tagungshotel verfügte über 80 Zimmer auf 3 Etagen; ausgeprägter Gastronomie im angeschlossenen Restaurant und Cafe Schießbach sowie Kaminzimmer, Pool, Wellnessabteilung mit 2 Saunen, Physiotherm-Wärmekabine, Solarium, Fitnessraum und Kosmetikerin. Direkt nebenan befand sich ein Minigolfplatz. Drei Tagungsräume boten viel Platz für Weiterbildungen und Schulungen aller Art.

Pläne zur zukünftigen Nutzung gibt es nicht viele, denn die Infrastruktur des Hotels ist heute eine andere als noch vor 40 Jahren. Investitionen in Millionenhöhe wären erforderlich, ob mit oder ohne Abriss. Nach Angaben der Stadt gäbe es bereits einige Anfragen zum Parkhotel, doch genaue Auskunft gibt man dort nicht. Ein großes Problem: Der Erbbaurechtsvertrag für das Parkhotel und das Kurpark-Restaurant in Bad Münstereifel läuft noch 53 Jahre. Nach Angaben der „Kölnischen Rundschau“ soll der Erbpächter nicht nur einen Investor an der Angel haben, der im Parkhotel seniorengerechte Wohnungen einrichten will, sondern auch einen Interessenten, der dort eine Herberge betreiben möchte.

Die Situation ist jedoch festgefahren, denn Politik und Verwaltung setzen auf dem Areal im Schleidtal ausschließlich auf eine Fortführung des Hotelbetriebs. Erbpächter und Stadt werfen sich den Schwarzen Peter zu, dass es nur so knallt. Die Fronten sind verhärtet. Die Stadt jedoch könnte noch einen Joker aus der Tasche ziehen: Sie kann den Heimfall ausüben und damit wieder Eigentümer von Grund und Boden werden. Dann könnte sie das Schicksal des Parkhotels selbst bestimmen. Damit würde die Stadt aber auch alle grundbuchlichen Belastungen übernehmen. Der Erbpächter jedenfalls möchte für seine Pläne kämpfen.

Dokument-Information
Objekt ID: rp-032923
Kategorie: Handel & Gewerbe
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Standort: keine Angabe
Baujahr: keine Angabe
Denkmalschutz: nein
Architekt: keine Angabe
Objekt erfasst: 17.02.2017
Objekt erstellt: 17.05.2018
Letzte Änderung: 17.05.2018
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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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