Papierfabrik „Oberste Mühle“

Der Mülheimer Mathias Vorster errichtete 1692/93 seine Papiermühle auf dem Delsterner Gut an der Volme und begründete einen neuen Gewerbezweig in der Region Hagen. Die Oberste Mühle“ produzierte eine Zeitlang sogar Basismaterial für preußisches Papiergeld. Nach dem Tod Vorsters übernahm der älteste Sohn Johannes die „Oberste Mühle“. Die Papierfabriken der Vorster-Familie belieferten über lange Zeit die preußische Verwaltung mit hochwertigen Schreibpapieren. Zu den Spezialitäten der Delsterner Mühle gehörten Stickmusterpapiere sowie Pack-, Tabak-, und Stempelpapiere.

Aus der „Obersten Mühle“ ging die Papiermühle in der Laake (1785/86) sowie die über eine lange Zeit besonders erfolgreiche Eilper Papiermühle von 1712 hevor, die als „Untere Mühle“ produzierte und von Diederich und Adolph Vorster errichtet wurde. Über die Jahre wurde die Anlage mehrfach ausgebaut und dem technischen Anspruch angepasst. 1785/86 entstand volmeabwärts in der Laake eine weitere Papiermühle. 1878 brannte das hauptgebäude bei einem heftigen Feuer bis auf die Grundmauern nieder. Man baute die Gebäude verändert wieder auf und erweiterte sie. Firmiert wurde zuerst unter dem Namen „Vorster & Cie“, später unter dem Namen „Steinwender“, bedingt durch die Leitung des Vorster-Schwiegersohnes Theodor Steinwender.

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Bis in die 1960er Jahre produzierte die Familie Steinwender Produkte für die eisenverarbeitende Industrie. Mitte der 1990er Jahre stellte man die Produktion endgültig ein. Die Papierfabrik „Oberste Mühle“ gehört zusammen mit der Villa Vorster zur Route der Industriekultur.

Quelle: Infotafel, Route der Industriekultur

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Dokument erstellt am 25.12.2015
Letzte Änderung am 25.12.2015