Öffentlicher Gemüse- und Obstanbau auf dem Kubaai-Gelände

Urbanes Gärtnern im Kubaai-Areal (v.l.): Udo Geidies (Projektkoordinator Kubaai), Stadtbaurat Daniel Zöhler, Berthold Klein-Schmeink (Geschäftsführer EWIBO) und Karola Moersig (Projektbetreuerin EWIBO) laden Bürger ein, selbst Gemüse, Obst und Kräuter anzupflanzen. Foto: Stadt Bocholt

Bocholt (pid/aw). Gemüse züchten, Kräuter pflanzen, Obst anbauen, hegen und pflegen bis zur Ernte: Das alles geht nicht nur im eigenen Garten, sondern ab sofort in Bocholt auch auf städtischer Fläche, genauer: auf dem (noch) unbebauten Teil des so genannten Kubaai-Geländes, hinter dem IBENA-Werksverkauf an der Industriestraße. Dort wurden jetzt 120 Holzkisten aufgebaut, die darauf warten, bepflanzt zu werden. Jeder Bürger, der Lust hat, kann mitmachen, allein oder gemeinsam mit anderen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Gepflanzt werden kann montags bis freitags von 8-12 Uhr.

Urbanes Gärtnern („urban gardening“) oder „essbare Stadt“: So ist der Trend überschrieben, den die Stadt aufgreift. „Es gibt Initiativen, die sich das wünschen. Es ist ein Test, um zu schauen, ob und wie das in der Bocholter Bevölkerung ankommt“, sagt Stadtbaurat Daniel Zöhler. Im Kubaai-Gebiet habe man zurzeit noch genügend Platz, um diesen Feldversuch zu starten.

Neulinge werden auf Wunsch angeleitet und erhalten wertvolle Tipps fürs erfolgreiche Gärtnern. Die Aktion wird von EWIBO-Mitarbeiterin Karola Moersig, gelernte Gartenbauingenieurin für Obst, Gemüse und Zierpflanzenanbau, betreut. Erreichbar ist Moersig zu den Öffnungszeiten unter Tel. 01523 / 21765-28. Saatgut und Werkzeug sollten Interessierte selbst mitbringen. Beete, Erde sowie Wasser zum Gießen der Pflanzen stehen vor Ort kostenfrei zur Verfügung.

Kein Eigentum

Wichtig zu wissen: Die angepflanzten Sachen können von jedermann verköstigt oder geerntet werden. „Man hat kein Eigentum hier“, stellt Berthold Klein-Schmeink, Geschäftsführer der EWIBO, klar. Es gehe darum, sich um die Beete regelmäßig zu kümmern, voneinander zu lernen und zu profitieren, um dann auch den Erfolg, sprich die Ernte, einzufahren. Die Aktion erhalte dadurch einen sozialen Charakter.

„Das Thema ´urban gardening´ wabert schon lange in Bocholt herum“, so Klein-Schmeink. Im Rahmen eines Beschäftigungs- und Integrationsprojekts habe die EWIBO am Heutingsweg bereits urbanes Gärtnern mit den Anwohnern durchgeführt. Jetzt also könnten alle Bocholter, die einen „grünen Daumen“ besitzen oder sich einen solchen aneignen wollen, mitmachen.  Bis Winteranfang, also eine Pflanz- und Ernteperiode lang, werden die Pflanzkisten der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

Kulturquartier „Kubaai“

Das Kunstwort Kubaai steht für „Kulturquartier Bocholt Aa und Industriestraße“ und bezeichnet die Umwandlung einer Industriebrache in ein neues Stadtviertel zwischen Bocholter Innenstadt und Aasee. Neben einem Kultur- und Bildungsschwerpunkt sollen hier Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Das im Zuge der Regionale 2016 geförderte Millionenprojekt gilt als eines der ambitioniertesten Bauprojekte der Bocholter Nachkriegszeit. Mehr Informationen unter www.kubaai.de.

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