Nun doch keine „Cuvryhöfe“ auf der Cuvry-Brache?

Cuvry-Graffiti vor der Übermalung. Foto: Frank M. Rafik/CC BY-SA 2.0

Berlin (aw). Sie galt als Berlins Favela, die ehemalige Cuvry-Brache an der Spree, wo Heimatlose und Roma-Familien ihre Bretterbuden und Zelte aufgebaut hatten. 2014 hatte man nach einem Feuer das 11.000 Quadratmeter große Areal geräumt, umzäunt und lässt dieses seitdem ständig bewachen. Schon 2013 hatte das Unternehmen Terra Pläne vorgelegt, nach denen auf dem Areal 250 hochwertige Wohnungen, Büros und Einzelhandel entstehen sollten. Der Senat legte die Auflage fest, nach der im Rahmen des Vorhabens 25 Prozent Sozialwohnungen mit einer verbilligten Miete von 6,50 Euro pro Quadratmeter umgesetzt werden müssten.

Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, kündigte der Investor jetzt die Pläne in einem Schreiben an Bauverwaltung und Bezirk auf. Damit kommt es erneut zu einem Rückschritt. Für Rückschritte sind das Areal und seine „Verwalter“ bekannt. In den 90er Jahren wollte ein Investor hier ein Shoppingcenter und Büros entstehen lassen. Dagegen wehrte sich der Bezirk als neuer Verwalter so lange, bis der Investor pleite ging. Auch spätere Vorhaben anderer „Visionäre“, hier ein Gründerzentrum und Lofts sowie ein Luxushotel entstehen zu lassen, scheiterten.

Weltbekannt wurde die Brache durch die fassadenfüllenden Kunstwerke (Cuvry-Graffiti) des Streetart-Künstlers Blu. Dieser hatte nach der Räumung von Arbeitern die Fassaden, auf denen seine Werke weithin sichtbar waren, übermalen lassen. Mit dieser Aktion wollte der verhindern, dass ein Investor Nutzen aus den Graffitis ziehen könnte. Denn dieser könnte seine Appartments mit Sicht auf das Kunstwerk vermutlich teurer verkaufen. Was nun auf oder mit dem Gelände geschieht, ist ungewiss.

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