Nicht nur, dass es übel riecht … Vortrag im Museum „Windstärke 10“

Anlieferung von Fisch in der Fischmehlfabrik der Firma Hussmann & Hahn, Cuxhaven. Foto 1938. Sammlung Museum "Windstärke 10". Foto: Stadt Cuxhaven

Cuxhaven (aw). Am Mittwoch, 11. April, beschäftigt sich eine Vortragsveranstaltung im Museum „Windstärke 10“ mit einem Teil der Fischwirtschaft, der früher in den Hafenstädten für gute Einnahmen, aber auch für manchen Unmut sorgte: Die Herstellung von Fischmehl, aber auch von Fischtran und von Klippfisch, also gesalzenem und getrocknetem Kabeljau.
Früher waren die Fischmehlfabriken bei entsprechender Windrichtung auch in den Innenstädten von Bremerhaven und Cuxhaven „unüberriechbar“. Nach dem Fang wurde auf den Fischdampfern der Fisch nicht tiefgefroren, sondern nur mit Eis möglichst frisch gehalten. Trotzdem kam es vor, dass ein Teil der Ware nicht mehr zum Verkauf taugte. Waren die Anlandungen sehr groß gewesen, fand sich auch für noch einwandfreie Ware zuweilen kein Käufer.

Zusammen mit den Abfällen der verarbeitenden Industrie wanderten die Fische in den „Gammel“, also in die Fischmehlfabriken. Und da diese noch nicht über effektive Filtertechnik verfügten, konnte sich der „Duft“ der Produktion ungehindert auch in den Wohnvierteln ausbreiten. Ähnlich unbeliebt waren aus demselben Grund die Fabriken, die Fischtran herstellten bzw. entgräteten Fisch durch Salzung und Trocknung zu einem haltbaren Produkt machten.

In seinem bebilderten Vortrag geht Peter Dittrich der Geschichte dieses nicht unumstrittenen Teils der Fischindustrie nach. Der Autor eines Buchs über die Bremerhavener Fischmehl- Tran- und Klippfischproduktion hat im Laufe seiner Recherche viele interessante Aspekte dieses bisher von der Wissenschaft weitgehend vernachlässigten Themas beleuchtet und sich auch mit den Cuxhavener Betrieben beschäftigt. Am Ende des Vortrags wird Dr. Andreas Wohltmann (Firma Lipromar) den Bogen zur heutigen und in vieler Hinsicht sehr veränderten Produktion von Fischmehlen und Fischölen schlagen.

Der Vortrag „Nicht nur, dass es übel riecht …“ beginnt am 11.04. um 19.30 Uhr (Eintritt 4,- €). Um 18.45 Uhr besteht die Möglichkeit zu einer geführten Besichtigung der aktuellen Sonderausstellung „Cuxhaven und der Fisch“, die sich mit der Geschichte der Cuxhavener Fischindustrie beschäftigt (Eintritt Führung und Vortrag 5,- €).