Neues Stadtmodell zeigt Lippstadt als Festungsstadt

In der Gießerei wurde vom Originalmodell durch eine Negativform ein zweites Wachspositiv erstellt. Über die nächsten Arbeitsschritte informierten sich Dieter Mathmann (r.), Dr. Gunter Hagemann (l.), Künstler Egbert Broerken (zweiter v. l.), Siegfried Müller (zweiter v. r.) bei der Leiterin der Gießerei Miriam Schwab (m). Foto: Stadt Lippstadt

Lippstadt (aw). Mit einem Stadtmodell aus Bronze ist Lippstadt bereits ausgestattet, bald soll ein historisches Modell hinzukommen. Wie die erste Bronzeskulptur entsteht auch der Neuzuwachs in Zusammenarbeit mit dem Künstler und Bildhauer Egbert Broerken. Diesmal wird Lippstadt als Festungsstadt am Ende des Siebenjährigen Krieges, der von 1756 bis 1763 stattfand, dargestellt. Standort soll der Südertorpark-Ost werden.

„Das Modell zeigt Lippstadt zu einer Zeit, als die Stadt stärkste Festung zwischen Wesel am Rhein und Minden an der Weser war“, erläutert Dr. Gunter Hagemann, der die „Festung Lippstadt“ und ihre baugeschichtliche Entwicklung umfassend untersucht hat. Das Modell bildet dabei einen kleinen Ausschnitt im südöstlichen Bereich der ehemaligen Festungswerke ab, welche die Lippstädter Altstadt eng umschlossen. Der Künstler Egbert Broerken hat dabei alles so historisch korrekt wie möglich abgebildet, kleine künstlerische Freiheiten lassen sich aber nicht vermeiden. Momentan wird die „Festungsstadt“ in der Gießerei Schwab in Münster fertiggestellt.

Bei einer Besichtigung der Gießerei konnten sich Denkmalpfleger Dieter Mathmann und Dr. Gunter Hagemann gemeinsam mit dem Künstler Egbert Broerken und Siegfried Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Lippstadt, vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen. Miriam Schwab, Leiterin der Kunstgießerei, erläuterte die zahlreichen Arbeitsschritte, die notwendig sind, bis das Modell die gewünschte Form hat: Vom Modell des Künstlers wird eine Negativform angefertigt, um aus dieser wiederum ein zweites Wachspositiv herzustellen. Das Wachsmodell bekommt dann einen Schamottkern und Mantel ausgegossen.

„Anschließend wird das Ganze in einen Brennofen gebracht, in dem das Wachs bei hohen Temperaturen ausgeschmolzen wird und somit in Verbindung mit dem Kern ein negativer Hohlraum entsteht. Deswegen heißt das Verfahren Wachsausschmelzverfahren“, so Schwab. In den entstandenen Hohlraum wird die 1200 Grad heiße Bronze gegossen. Abschließend werden dann die Ansätze der Gusskanäle entfernt und weitere Feinarbeiten vorgenommen. Zum Schluss erhält die Bronzeskulptur ihre Patina. „Das Endergebnis ist ein Unikat und echte Handarbeit “, betont Miriam Schwab. Zudem wird das Modell auch wieder mit Blindenschrift ausgestattet, damit sehbehinderte Menschen ihre Stadt tastend erfahren können.

Bis das historische Festungsmodell für Lippstadt fertig ist, wird es daher noch einige Wochen dauern. „Wir planen aber das neue Modell im Rahmen des Tages der Städtebauförderung am 11. Mai im Südertorpark-Ost einzuweihen“, verrät Dieter Mathmann. Am „Tag der Städtebauförderung“ werden neben der Einweihung des Stadtmodells auch noch ein buntes Rahmenprogramm und viele Aktionen zum Thema Städtebau und Ökologie stattfinden.

Das neue Stadtmodell wird von den Stadtwerken Lippstadt anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Gasversorgung in Lippstadt“ gestiftet.

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