Neues Leben für historischen Sandhof in Oberhaid

Der Sandhof in Oberhaid. Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

Oberhaid (dsd). Durch eine neue Eigentümerfamilie hat der historische Sandhof in Oberhaid (Landkreis Bamberg) wieder eine Zukunft. Dabei erhält selbige Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 25.000 Euro. Bei den Maßnahmen am Haupthaus geht es insbesondere um Steinrestaurierungsarbeiten. In reizvoller landschaftlicher Lage liegt das ehemalige Hofgut der Bamberger Jesuiten, an dem 1639 bis 1773 gebaut wurde. Ursprünglich als Sommerquartier geplant, wurde es später Forsthaus. Das stattliche Haupthaus entstand in zwei Bauphasen im 17. und 18. Jahrhundert als zweigeschossiger Bau mit Walmdach. Zum Teil in Sandstein errichtet, wurde es verputzt. Zum Anwesen gehört darüber hinaus eine Reihe von Wirtschaftsbauten wie Stadel, Remise und Schuppen. Den gesamten Hof umfasst eine Ringmauer und das Tor von 1727. Bedeutsam ist auch die kleine 1755-59 erbaute Franz-Xaver-Kapelle.

Der Sandhof wird 1497 erstmals erwähnt. Die Jesuiten, die die Anlage ab 1639 besaßen, bauten diese nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wieder auf und nutzten sie als Wirtschaftshof und Wohnsitz. Nach dem Verbot des Jesuitenordens 1773 wurde der Sandhof dem Hochstift Bamberg übertragen. Nach der Säkularisierung ging er an Churbayern und seine Rechtsnachfolger über. Seit dem Verkauf 1969 an Privatbesitzer verwahrloste der Hof.

Während 1855 im Erdgeschoss des Haupthauses eine Stallnutzung eingebracht wurde, blieb im Obergeschoss der barocke Grundriss mit dem Mittelflur und dem nach Osten gelegenen Saal über die gesamte Hausbreite erhalten. Die Raumverteilung der Jesuitenzeit lässt sich bis heute an den ornamentalen Zugstuckdecken ablesen. Der Saal im Obergeschoss ist mit einer reichen Bandelwerk-Stuckdecke und zentralem IHS-Monogramm sowie den ursprünglichen Kreuzstock-Fenstern mit alter Verglasung erhalten.

Die Südwestecke ist infolge einer Fundamentsenkung bereits abgesackt. Durch die Schäden am Dachstuhl ist die Stuckdecke im Obergeschoss bereits feuchtegeschädigt. Ein verschlissener Fassadenputz, zugesetzte Fensteröffnungen im Erdgeschoss sowie eine erneuerungsbedürftige Dachhaut ergänzen das Schadensbild. Nachdem die Bauuntersuchungen und Planungen abgeschlossen sind, stehen neben der statischen Instandsetzung der abgängigen Gebäude-Südwestecke und der Innensanierung Fassadenarbeiten, insbesondere Natursteinarbeiten an.

Die denkmalbegeisterte neue Eigentümerfamilie, die die Hofanlage schrittweise instandsetzen und nutzen will, ist ein Glücksgriff für den Sandhof.

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