Neuer Kinofilm „Grüße aus Fukushima“ im März

Marie (Rosalie Thomass, links) und Satomi (Kaori Momoi, rechts) in Satomis Haus in der Sperrzone Fukushima. Foto: Mathias Bothor/Majestic

Mit „Grüße aus Fukushima“ hat das Team des Sensationserfolgs „Kirschblüten – Hanami“ (2008) erstmals wieder zusammengefunden: Autorin und Regisseurin Doris Dörrie, die Produzenten Harry Kügler und Molly von Fürstenberg und der Verleiher Benjamin Herrmann. Mit ihrem neuen Kinofilm ist es der Ausnahmeregisseurin und -autorin Doris Dörrie einmal mehr gelungen, eine universell-poetische Geschichte vom Leben und Loslassen zu erzählen. Erstmals entstand einer ihrer Spielfilme komplett in Japan und komplett in eindrucksvollem Schwarzweiß.

Grüße aus Fukushima Filmplakat. Foto: Majestic
Grüße aus Fukushima Filmplakat. Foto: Majestic

Die Hauptrollen in „Grüße aus Fukushima“ haben Rosalie Thomass („Eine ganz heiße Nummer“, „Beste Chance“), die für ihre Rolle als Beste Darstellerin mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, und Kaori Momoi (Die Geisha“) übernommen. In weiteren Rollen sind junge Darsteller wie Aya Irizuki (Kirschblüten – Hanami) neben Künstlern zu sehen, wie der angesehene amerikanische Clown Moshe Cohen (Mitbegründer von Clowns ohne Grenzen) und die Münchener Musikerin Nami Kamata (Mitglied der Band Coconami), die hier erstmals für einen Spielfilm vor der Kamera standen.

Doris Dörrie hat das Drehbuch geschrieben, Harry Kügler und Molly von Fürstenberg (Ehrenpreisträgerin des diesjährigen Bayerischen Filmpreises) produzierten, Ruth Stadler und Patrick Zorer fungierten erneut als ausführende Produzenten, die Kamera hat, wie schon bei den letzten Dörrie-Filmen, Hanno Lentz übernommen.

Trailer

„Grüße aus Fukushima“ ist eine Produktion der Olga Film in Koproduktion mit Rolize, Constantin Film, ZDF (Caroline von Senden) und Arte (Andreas Schreitmüller, Olaf Grunert). Der Film wurde mit Mitteln des FilmFernsehFonds Bayern, der Filmförderungsanstalt sowie dem Deutschen Filmförderfonds gefördert. Den Weltvertrieb übernimmt The Match Factory.

Der Film wird seine Weltpremiere bei den 66. Internationalen Filmfestspielen Berlin (11. bis 21.2.2016) in der Reihe Panorama Special feiern. In den deutschen Kinos startet der Film am 10. März 2016.

Mehr Informationen unter www.majestic.de

Die Entstehung der Geschichte

1985 reiste Doris Dörrie erstmals nach Japan, als ihr Film „Mitten ins Herz“ auf dem Tokio International Filmfestival präsentiert wurde. „Ich war so fasziniert von Japan, dass ich durch das Land getrampt bin und mich lustvoll verirrt habe. Immer wieder wurde ich von wildfremden Menschen an der Hand genommen und weiter gebracht, selten habe ich mich so beschützt und aufgehoben gefühlt in der Fremde. Und dieses Gefühl hat sich mir tief eingeprägt: fremd und beschützt.“

Seit dieser ersten Reise war Dörrie um die 25 Mal dort, hat alle Teile des Landes bereist und ist immer tiefer in die japanische Kultur eingetaucht und hat sich auch in ihrem filmischen Schaffen immer wieder mit Japan beschäftigt. Ihr erster Film, der in Japan spielt, „Erleuchtung garantiert“ aus dem Jahr 2000 mit Gustav Peter Wöhler und Uwe Ochsenknecht, und auch „Kirschblüten – Hanami“ aus dem Jahre 2008, erzählen dabei beide ihre Geschichte aus der deutschen Perspektive , mit deutschen Hauptfiguren, die nach Japan reisen. Ausgangspunkt beider Handlungen war Deutschland. Dies ist bei „Grüße aus Fukushima“ erstmals anders.

Doris Dörrie beschreibt die Entstehung des Films folgendermaßen: „Der Ausgangspunkt für „Grüße aus Fukushima“ war dieses Mal in Japan selbst. Ich bin im November 2011, ein gutes halbes Jahr nach der Katastrophe, nach Fukushima gereist. Dort hatte ich zwei Begegnungen, die den Anstoß für diesen Film gegeben haben: Ich habe einen alten Mann gesehen, der auf den Fundamenten seines völlig zerstörten Hauses stand. Er hatte auch ein halbes Jahr nach der Katastrophe immer noch nicht wirklich begriffen, was ihm passiert war. Er hatte seine gesamte Familie verloren, sein Haus, Hab und Gut, sein gesamtes Leben. In unserem Gespräch hat er wiederholt diesen einen Satz gesagt, „Ich kann es nicht begreifen, was mir zugestoßen ist.“

Dörrie hat danach auch die Container-Unterkünfte, den „Temporary Housing Communities“, besucht, in denen auch heute noch Opfer der Katastrophe untergebracht sind. Und auch dort traf sie auf alte Menschen, vornehmlich Frauen. Die Jungen hatten die Region verlassen. Ihr fiel auf, dass in diesen „Housing Communities“ komplette Langeweile und Stillstand eingetreten war. Niemand kümmerte sich mehr um die Menschen vor Ort. „Die Begegnung mit dem alten Mann und der Besuch dieser „Housing Communities“ bildeten dann für mich den Nukleus der Geschichte, die ich erzählen wollte. Ich habe, mit diesen Eindrücken im Gepäck angefangen, über eine alte Frau zu schreiben. Eine Japanerin. Und damit hat sich die Perspektive von Anfang verändert, die Geschichte hatte von Anfang an, anders als bei den Filmen, die ich zuvor dort gedreht habe, eine japanische Perspektive“, erzählt Dörrie.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here