Neuer Fördervertrag für die Dorfkirche in Semlow

Dorfkirche in Semlow. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

Semlow (dsd/aw). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Restaurierung der an der Wand verbliebenen Werkstücke und den Wiederaufbau der Epitaphien in der Dorfkirche in Semlow 15.000 Euro zur Verfügung. Die DSD hat die Kirche bereits zwischen 1996 und 2002 regelmäßig gefördert – zunächst um die Dächer wiederherzustellen, dann um die sehr gefährdete Ausmalung zu restaurieren. Gegenstand des Vertrags sind die mit Figuren versehenen Grabmäler der Familie von Behr an der Südseite des Chores von 1605. Sie sind durch korrodierende Eisen und das Verwenden von Metallankern gefährdet oder auch schon geschädigt.

Eine Untersuchung hat 17 Schadensbefundstellen ergeben, die Spannungen im Naturstein, Aufplatzen, Verwölbungen, Ablösen oder Risse zeigen. Durch das Versagen und das Aufrosten von Eisenverankerungen sind bereits Verluste entstanden. Die knieende Figur des Christoph von Behr musste mit Gurten gegen ein Auseinanderbrechen gesichert werden.

Die Dorfkirche von Semlow – heute ein rechteckiger Saalbau mit eingezogenem quadratischem Chor, quadratischem Westturm und Sakristeianbau an der Südseite des Chores – wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet und später verändert. Sie gehört zu der Reihe früher bäuerlicher Feldsteinkirchen, die sich wegen ihrer „zyklopischen“ Bauweise relativ zahlreich erhalten haben. Neben dem ehemaligen Herrenhaus bildet der aus dem 13. Jahrhundert stammende Bau gemeinsam mit dem Pfarrhaus traditionell das Zentrum des Ortes. Die Welsche Haube wurde im 18. Jahrhundert aufgesetzt.

Das aus Feldsteinen unter Verwendung von Backstein für die Fenstereinfassungen errichtete Gebäude wurde im Schiff flach gedeckt, während der Chor von einem Kreuzgratgewölbe geschlossen wird. Die Kirche war jahrhundertelang Patronatskirche der Familie von Behr und verfügt über eine reichhaltige Ausstattung mit Altaraufsatz, Kanzel, Taufe, einem spätgotischen Kruzifix, einer Orgelempore und einer Reihe von Epitaphien. An den Innenwänden finden sich sowohl Malereien der Spätgotik als auch spätnazarenische Bildwerke aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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