Neue Webseite zu Menschen im Bergbau online erschienen

Bergmann Untertage. Foto: Energy.gov - HD.11B107

Bochum (aw). Im Dezember 2018 schließen die letzten beiden Steinkohlen-Zechen Anthrazit Ibbenbüren und Prosper-Haniel in Bottrop. Der industrielle Steinkohlenbergbau hat auf die Gestalt und Entwicklung seiner regionalen Umgebung in einem Maße Einfluss genommen wie kaum ein anderer Industriezweig. Er dominierte die jeweilige regionale Wirtschaftsstruktur und den Arbeitsmarkt, er veränderte Umwelt und Landschaftsgestalt in seinen Förderregionen dauerhaft, er schuf ganz spezifische Arbeitswelten und regionale Gesellschaften, und er prägte die Identität von Menschen und Regionen in besonderer Weise. Der Steinkohlenbergbau entfaltete so eine historische Wirkmächtigkeit für seine regionale Umgebung, die das Ende seiner Fördertätigkeit um lange Zeit überdauern wird.

Für die Webseite www.menschen-im-bergbau.de hat man in der Zeit vom Frühjahr 2015 bis zum Sommer 2018 mit insgesamt 83 „Menschen im Bergbau“ – vom Hauer bis zum Konzernchef, mit Gewerkschaftern, Ehefrauen, Knappschaftsärzten, mit alten und jungen Bergleuten – ausführliche lebensgeschichtlich orientierte Interviews geführt und so einen digitalen Gedächtnisspeicher geschaffen. Es sollten möglichst viele subjektive Perspektiven auf den Steinkohlenbergbau dokumentiert werden, die in ihrer Gesamtheit zugleich ein aufgefächertes Bild über die vielfältige Entwicklung des Bergbaus seit Ende des Zweiten Weltkriegs aufzeigen.

Auf dieser Website sind Ausschnitte aus einem Großteil der geführten Gespräche zu sehen. Insgesamt handelt es sich um rund 800 Minuten aufbereiteten Videomaterials, das gleichwohl nur einen Bruchteil der gesamten geführten Interviews ausmacht. Die Ausschnitte sind thematisch zusammengeführt und durch knappe kontextualisierende Erläuterungen ergänzt. Zu sämtlichen Interviewpartnern finden sich kurze biographische Angaben. Alle Interviews wurden nach wissenschaftlichen Kriterien erschlossen und recherchierbar gemacht. Sie werden in vollem Umfang durch das Archiv im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets nach archivfachlichen Gesichtspunkten dauerhaft gesichert. Dort sind sie einsehbar und werden zur wissenschaftlichen und kulturellen Nutzung zur Verfügung gestellt.

Das Forschungsprojekt „Digitaler Gedächtnisspeicher – Menschen im Bergbau“ wird von der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets in Kooperation mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum durchgeführt. Es wird durch die RAG Aktiengesellschaft gefördert. Mehr Informationen unter www.menschen-im-bergbau.de

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