Neue Pläne für das Bad Homburger Sanatorium Goldschmidt

Taunussantaorium Goldschmidt. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Bad Homburg (aw). Es gibt neue Pläne für das ehemalige Sanatorium Goldschmidt in Bad Homburg. Gemeinsam mit Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes präsentierte Landrat Ulrich Krebs (beide CDU) erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die 2016 unter Denkmalschutz gestellte Liegenschaft. Möglich sind demnach die Nutzung des Gebäudes als Klinik oder Büro- bzw. Wohnraum. In drei Teile möchte man das rund 19.000 Quadratmeter große Gelände, wovon 8.000 Quadratmeter Denkmalfläche sind, splitten. Ein Investor soll den Grundstücksteil mit den alten Gebäuden und einen weiteren Teil, auf dem Wohnraum entstehen soll, kaufen können. Den dritten Teil möchte der Kreis als Reserve für eine mögliche Erweiterung für das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium freihalten.

Vom Hochtaunuskreis wurde eine bauliche Gebäudeaufnahme vorgenommen und digitale Bestandspläne gefertigt, der Vollständigkeit halber nahm man einzelne alte Pläne, die im Archiv gefunden wurden, mit auf. Mit den Planungsaufgaben beauftragte man das im Denkmalbereich erfahrene Architekturbüro Kreateam. Dieses fertigte eine Machbarkeitsstudie für die zukünftige, denkmalgerechte Nutzung der Gebäude an, natürlich in enger Abstimmung zwischen Hochtaunuskreis, der Stadt und dem Landesdenkmalamt. Parallel dazu recherchierte Bauhistoriker Dr.-Ing. Martino La Torre aus Wiesbaden die Geschichte des 1911 als Taunus-Sanatorium eröffneten Gebäudes. Dieser bestätigte beispielsweise, dass im Nebengebäude eine Synagoge eingerichtet war.

Im Goldschmidtschen Sanatorium wurden zu aktiven Zeiten Nervenleiden behandelt. Kernzielgruppe waren jüdische Kurgäste. 1937 musste die Liegenschaft an die Reichsbahn verkauft werden, die hier Umbauten vornahm und eine Zentralschule betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die U.S. Army auf das Areal. Zwei Jahre später erfolgte die Nutzung durch die Behörde der Finanzverwaltung der amerikanisch-britischen Bizone. 1952 zog das Bundesausgleichsamt ein. In den 90er Jahren verließ die Behörde die Immobilie, die seitdem leer stand.

2008 übernahm der Hochtaunuskreis die Immobilie, nach 10-jährigem Leerstand. Ursprünglich wollte dieser hier einen Erweiterungsbau für das benachbarte Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) errichten. 2011 wurde der erste Versuch unternommen, die Villa Goldschmidt unter Denkmalschutz zu stellen, vergeblich. Die Stadt Bad Homburg beschloss eine Erhaltungssatzung. 2014 versuchte man es erneut. Diesmal wollte man die historische Bedeutung des Sanatoriums als Zeugnis jüdischer Bäderkultur in der Kurstadt in den Mittelpunkt stellen. Speziell für dieses Vorhaben wurde eine Studie in Auftrag gegeben.

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