Neue Fördermittel für Schultheiß-Mälzerei

Neue Fördermittel für Schultheiß-Mälzerei. Foto: Dtuk/CC BY-SA 3.0

Die Mälzereianlage in der Bessemerstraße in Berlin-Schöneberg gehört zur ehemaligen Schultheiß-Brauerei, die zu ihrer Entstehungszeit zwischen 1917 und 1921 als die größte Mälzerei Europas galt. An der im Stadtbild besonders markanten Anlage folgten Bauteilergänzungen in den 1950er Jahren und technische Aufbauten in den 1980er Jahren. Mitte der 1990er Jahre wurde die Mälzerei endgültig stillgelegt.

Zum dritten Mal nach 2012 und 2013 unterstützt die in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) Restaurierungsmaßnahmen. Am 13. August 2015 um 10.00 Uhr überbringt Heike Pieper, Ortskuratorin Berlin der DSD, im Beisein von Stefanie Hefter und Lutz Trabalski von Lotto Berlin einen symbolischen Fördervertrag über 25.000 Euro für die Wiederherstellung des Daches zwischen Maschinenhaus und Kellerei sowie die Instandsetzung der beiden Leuchten des Haupttors an Frank Sippel von der IGG Malzfabrik mbH. Damit hat die Stiftung dank der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher 65.000 Euro zur Verfügung stellen können.

Das Hauptgebäude des Areals ist die Mälzereianlage mit vier auffallend großen Darrentürmen bzw. Dunstschloten auf dem Walmdach, den sogenannten Trockentürmen, die bis heute als ein Wahrzeichen des Bezirks wahrgenommen werden. Der eindrucksvolle sechsgeschossige rote Backsteinbau hat sichtbare, 35 Meter hohe Darrenaufbauten, jeder mit einem künstlerisch geformten Windfangblech. Die Gestaltungsform der Darrhaube wurde um 1900 in der Schlosserei Dörnhöfer in Kulmbach entwickelt und säumte bis in die 1950er Jahre viele Mälzereien der ganzen Welt. Die Darrenhauben dienten zum Abzug der feuchten Luft, was für das Trocknen bzw. Dörren des Malzes unerlässlich war. Die Drehung der Darren erinnert heute noch an die mechanische Zeit einer industrialen Epoche.

Das Restaurierungskonzept verfolgt so wenig Eingriffe wie möglich in das Gebäudeensemble und, falls unvermeidbar, dann eher unauffällig dem Industriedenkmal angepasst, obschon mit zeitgenössischem Gestaltungswillen, so dass der Charme des genius loci erhalten bleibt. Die Schultheißbrauerei hat die historischen Gebäude mit Qualitätsanspruch erbaut und bis zu ihrem Auszug in den 1980er Jahren intensiv bauunterhalten.

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