Neue Fördermittel für das Ulmer Münster

Ulmer Münster. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Ulm (dsd). Seit 2008 unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nicht zuletzt dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, Restaurierungsmaßnahmen am Ulmer Münster. Am Mittwoch überbringt Dr. Gerold Jaeger, Ortskurator Neckar-Alb der DSD, zusammen mit Frank Ackermann von Lotto Baden-Württemberg einen weiteren Fördervertrag, diesmal in Höhe von exakt 56.955 Euro für die Restaurierung des Hauptturms des Ulmer Münsters an Dekan Ernst-Wilhelm Gohl. In die Fördersumme gingen neben den Erträgen der GlücksSpirale in Höhe von 50.000 Euro auch weitere zweckgebundene Zuwendungen ein, unter anderem eine zweckgebundene Geldauflage in Höhe von 5.000 Euro.

Das Ulmer Münster befindet sich im Zentrum der Altstadt. 1377 begonnen, stellte man den Baubetrieb 1543 ohne Vollendung des Westturms ein, der nur bis zum Glockengeschoss aufgeführt war. Nach Wiederaufnahme der Arbeiten entstanden zwischen 1844 und 1890 die beiden Osttürme, während der Westturm abgeschlossen wurde. Zugleich erneuerte man die Dachstühle in Eisen. Heute präsentiert sich der Kirchenbau als fünfschiffige Basilika mit stark überhöhtem Mittelschiff und gerade geschlossenen Seitenschiffhallen. Der Chor wird von zwei annähernd quadratischen Türmen flankiert. Die Westseite beherrscht der quadratische Einzelturm, der in das Mittelschiff eingestellt ist und von Flankenräumen in Verlängerung der Seitenschiffe begleitet wird.

Bereits im vergangenen Jahr beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 50.000 Euro an der Sanierung des westlichen Hauptturmes. Für die Ausführung hat man eine behutsame Methode mit Mikroteilchen gewählt, so dass die den Stein zerstörenden Krusten und Beschädigungen vorsichtig abgenommen werden können. So konnten die Flächen vorbildlich gereinigt werden. Erst nach der Reinigung wird dann sichtbar, was ergänzt beziehungsweise partiell angetragen werden muss. So stellte man fest, dass einer der vier Eckpfeiler derart zerstört war, dass er vollständig ergänzt werden muss.

Beim Ulmer Münster handelt es sich um ein Baudenkmal von europäischer Bedeutung. Der monumentale, spätgotische Kirchenbau im Zentrum der alten Reichsstadt Ulm wurde als Pfarrkirche von einer selbstbewussten Bürgerschaft aus eigenen Mitteln errichtet. Der Westturm ist mit seinen 161 Metern der höchste Kirchturm der Welt.

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