„Naturerbe-Vertrag“: Bund überträgt 9.000 Hektar an DBU

Binnendünen im Standortübungsplatz Speyer. Foto: AnRo0002/CC0

Bonn/Haltern am See (aw). Der Bund überträgt weitere 23 Flächen des Nationalen Naturerbes an die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die DBU Naturerbe GmbH. Am 28. Oktober wurde der Rahmenvertrag zur Übernahme der rund 9.000 Hektar in einer Feierstunde auf Schloss Sythen (Nordrhein-Westfalen) unterzeichnet. Die Flächen gehören zur 3. Tranche des Nationalen Naturerbes. „Das Nationale Naturerbe ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte“, betonte Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks bei der Vertragsunterzeichnung in Haltern.

Über die vergangenen zehn Jahre hinweg sei es dem Bund gelungen, rund 156.000 Hektar – meist ehemals militärisch genutzte Liegenschaften – dauerhaft für den Naturschutz zu sichern und nicht etwa zu privatisieren. Die DBU Naturerbe GmbH übernimmt mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 die neuen 23 Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Insgesamt ist sie dann als Treuhänderin verantwortlich für den Erhalt und die Entwicklung auf 70 ehemaligen Truppenübungsplätzen mit rund 69.000 Hektar Fläche.

BImA als verlässlicher Partner

„Mit der Bundesanstalt und ihrem Geschäftsbereich Bundesforst hat die DBU einen langjährigen Wegbegleiter und verlässlichen Partner bei der Umsetzung vor Ort“, sagte Jens Spahn, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium (BMF). Er vertrat die BImA, die Flächengeberin ist und im Geschäftsbereich des BMF angesiedelt ist. Zudem betonte Jens Spahn, dass es ihn freue, dass die DBU-Tochter den bestehenden Dienstleistungsvertrag mit der BImA erweitern wolle und so die Bundesförster weiterhin als Ansprechpartner und Dienstleister vor Ort tätig sein würden.

Mit ihren Unterschriften besiegelten Barbara Hendricks, Jens Spahn, Cajus Caesar, Vorsitzender des DBU Naturerbe-Beirates, sowie DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann die Übertragung im Beisein des nordrhein-westfälischen Umweltministers Johannes Remmel und Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel. Im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung wurden die Gäste zu einer Exkursion in die angrenzende Naturerbefläche Borkenberge geführt. Hier stellte Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, dem Publikum die historischen und naturschutzfachlichen Besonderheiten des Areals vor.

Auf drei Flächen wird noch militärisch geübt

In dem Rahmenvertrag wurde festgehalten, dass auf drei Flächen weiterhin militärischer Übungsbetrieb stattfindet. Dies ist bei den Plätzen Schwanewede (Niedersachsen/Bremen), Dudenhofen (Rheinland-Pfalz) und Paderborn-Lieth (Nordrhein-Westfalen) der Fall. Der Besitz- und Eigentumsübergang dieser Flächen auf die DBU Naturerbe GmbH erfolgt nach Frei- und Rückgabe der Liegenschaften aus ihrer militärischen Nutzung. Erst dann werden die Liegenschaften auf Grundlage der formulierten Leitbilder entwickelt.

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