Multimediales Bautagebuch zum Neuen Schloss Hummelshain

Luftaufnahme der Schlossbaustelle. Foto: Förderverein Schloss Hummelshain

Hummelshain (aw). Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit vollziehen sich Hummelshain in den letzten Monaten sichtbare Fortschritte aufgrund der Sicherungs- und Sanierungsarbeiten am Neuen Schloss Hummelshain. Am Westflügel steht nicht nur ein aufwändiges Gerüst, hier wird seit Januar durch mehrere Handwerksbetriebe intensiv gearbeitet. Der Förderverein Schloss Hummelshain hat das Baugeschehen mit beeindruckenden Fotos und Videos in einem multimedialen Bautagebuch dokumentiert, das ab sofort im Netz zugänglich ist und laufend aktualisiert wird. Wie der Verein, der auf der Grundlage eines Geschäftsbesorgungsvertrages mit dem Eigentümer ehrenamtlich als Bauherr fungiert, in einer Pressemeldung erklärte, hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, was hier mit öffentlichen Mitteln geleistet wird.

Ziel des Projektes ist die nachhaltige Sicherung des 2017 als „Baudenkmal von nationaler Bedeutung“ eingestuften Herzogsschlosses. Durch den desolaten Zustand des Daches dringt seit Jahren Niederschlagswasser ins Schlossgebäude ein, das zu Schäden am Dachtragwerk, zur Durchfeuchtung der Mauern und zur Schädigung der Putze, der kostbaren Vertäfelungen und Malereien im Inneren geführt hat. Hinzu kommt das aus dem Untergrund aufsteigende Wasser. Wichtigste mittelfristige Aufgabe ist es, diese Feuchtigkeitsprobleme ursächlich zu beheben. Das soll nun mit einem Kostenumfang von 1,53 Millionen geschehen, finanziert mit Denkmalfördermittel des Freistaates Thüringen und der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

Unterschiedlichste Arbeiten laufen

Derzeit laufen die Arbeiten des ersten Bauabschnittes am Dach des Herzog-Ernst-Flügels. Die Bilddokumente des Tagebuches lassen erkennen, dass es sich nicht um ein beliebiges Dach, sondern um eine besonders schöne, aber auch schwierige Dachlandschaft mit zahllosen Giebeln, Gauben, Schloten und Ziergittern handelt.Mit aufwändigen Kraneinsätzen mussten die desolaten Ziergiebel und ein einsturzgefährdeter achtzügiger Schornstein demontiert und neu aufgebaut werden.

Es ist unverkennbar, dass die Zimmerleute, Steinmetze, Spengler und Schieferdecker an diesem besonderen Baudenkmals mit ganz besonderem Engagement arbeiten. Selbst bei extremen Frost- und Schneeperioden in den zurückliegenden Monaten wurden die Arbeiten nicht unterbrochen. Im Bautagebuch, das laufend aktualisiert wird,kann man den Handwerkern bei ihrer oft kniffligen Arbeit jetztsozusagen über die Schultern blicken. Ein Schloss wird gerettet – und alle können zuschauen.

Der Förderverein Schloss Hummelshain hofft, die Arbeiten im zweiten Halbjahr 2018 mit einem weiteren Bauabschnitt fortsetzen zu können. Insgesamt sind für die nachhaltige Sicherung des Baudenkmals – also Dachsanierung und Trockenlegung – fünf Jahre veranschlagt. Hier geht es direkt zum Bautagebuch des Fördervereins.

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