Modelle einer neuen Integrations- und Baukultur gesucht

Blick vom Tunnelpark auf Neulobeda. Foto: Igor Slovak/CC BY-SA 4.0

Erfurt (aw). Mit dem Projektaufruf „Arrival Stadtland“ sucht die IBA Thüringen leerstehende Gebäude, gute Ideen und aktive Menschen, um gemeinsam mit ihnen Modellprojekte einer gelungenen Integrations- und Baukultur zu entwickeln. Derzeit klagt das Bundesland Thüringen über massenhaften Leerstand. Über 80.000 Wohnungen stehen leer, zahlreiche Bauten wie Bahnhöfe, Hotels, Gasthöfe usw. sind ungenutzt. Diesen Leerstand bezeichnet die IBA als „Leergut“. Beim Projekt „Arrival Stadtland“ geht um Orte des Ankommens und Bleibens für eine neue Generation von Einwohnern, die aus dem Zuzug vieler Menschen aus den Krisenregionen dieser Welt resultiert.

„Die Integration von geflüchteten Menschen ist ein vielschichtiger, zeitaufwendiger, aber auch lohnender Prozess für alle Beteiligten. Mit dem Projekt „Arrival Stadtland“ der IBA Thüringen wird ein neues Integrationsprojekt zur Förderung von Gegenseitigkeit, Verständnis füreinander und zur aktiven Gestaltung eines Miteinanders initiiert. Durch das Leben und Wohnen in gemeinsam gestalteten, ehemaligen Leerräumen soll den Zugewanderten in Thüringen ein Ankommen ermöglicht werden; sie finden ein neues Zuhause, sie wachsen in der Gesellschaft und Gemeinschaft und können sich eine Zukunft aufbauen“, so Mirjam Kruppa, Beauftragte des Freistaats Thüringen für Integration, Migration und Flüchtlinge.

Als Ziele des Projektaufrufs beschreibt die IBA die qualitätsvolle Sanierung und Wiedernutzung leerstehender Immobilien in den Städten und Gemeinden Thüringens, die Gestaltung von Heimat für Geflüchtete in Thüringen, insbesondere im ländlichen Raum sowie die Einbindung des Projekts in die Dorf- beziehungsweise Stadtentwicklung und die Integration der Geflüchteten in das Gemeinschaftsleben vor Ort.

Gesucht werden daher interessante und entwicklungsfähige Gebäude, die für Wohn-, Sozial-, Kultur- und Bildungsprojekte geeignet sind und von den Eigentümern zur Verfügung gestellt oder selbst entwickelt werden. Institutionen wie Stiftungen und Hochschulen, bürgerschaftliche Initiativen, Netzwerke, Vereine, Architekten, Ingenieure, Unternehmen, Kommunen, Einzelpersonen mit Lust auf Zukunft sind angesprochen, die im besten Fall nicht für sondern mit Geflüchteten gemeinsam Modellprojekte zur Integration in Thüringen realisieren möchten und an einem gemeinsamen Qualifizierungsprozess mit der IBA Thüringen interessiert sind. Schlussendlich sind Ideen und Ausgangspunkte für unkonventionelle Wohn-, Beherbergungs-, Bildungs- und Beschäftigungsprojekte sowie kulturelle Strategien gesucht, um leerstehende Gebäude zu aktiveren und zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner zu integrieren.

Bis zu fünf Modellvorhaben sollen als IBA Kandidaten in den Qualifizierungsprozess aufgenommen und bis zur Realisierung begleitet werden. Werden sie nach der Qualifizierungsphase auf Empfehlung des IBA Fachbeirats als IBA Projekte nominiert, können sie Teil der Internationalen Bauausstellung Thüringen werden, die ihre Ergebnisse im Jahr 2019 zur Zwischenpräsentation und im Jahr 2023 zur Schlusspräsentation einer breiten Öffentlichkeit vorstellt. Iba-Geschäftsführerin Marta Doehler-Behzadi versichert, dass es am Geld nicht scheitern soll. Man wird die zentrale gesellschaftliche Herausforderung annehmen, so Doehler-Behzadi.

Interessenten können bis zum 15. Juli 2016 Projekte einreichen. Mehr Informationen unter www.iba-thueringen.de