Mit „Central Park“: Aus Kaserne Krampnitz wird Stadtquartier

Krampnitz (aw). Jetzt sollen es doch 10.000 Bewohner werden, die das neue autarke Viertel auf dem früheren Kasernengelände beziehen sollen. Damit hat sich die Anzahl der „geplanten“ Einwohner von Anfangs 3.500, später auf 6.000, dann auf 7.000 – nun mal eben um noch einmal 3.000 weitere Menschen erhöht. Dies geht aus einem städtebaulichen Wettbewerb, der 84 Hektar des insgesamt 143 Hektar großen Entwicklungsgebiets umfasst. Vorab erwähnt: Die denkmalgeschützten Kasernengebäude im Osten – Eigentümer ist die Deutsche Wohnen AG – sowie das Bergviertel mit etwa 50 denkmalgeschützten Einfamilienhäusern aus der Entstehungszeit der Kaserne, sind nicht Bestandteil des Wettbewerbsverfahrens.

Das autarke Viertel wird sich um einen großen Platz herum gruppieren, der die Ausmaße der früheren Reiterschule aufnimmt. Die Mitte wird nach dem Vorbild des „Central Parks“ inkludiert. Drum herum entstehen drei- bis fünfgeschossige Wohngebäude, zum Teil als Reihenhaussiedlung für Bauherrengemeinschaften, zum Teil als um Innenhöfe angelegte Wohnblocks, Schule, Sportplatz und ein Bürgerhaus. Dazu kommen vier Kindertagesstätten, ein Ärztehaus sowie Einzelhandel, Gewerbe und Dienstleistungen. Dies geht aus Plänen einer Arbeitsgemeinschaft der Berliner Büros Machleidt Städtebau und Stadtplanung sowie die Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten hervor, die den Planungswettbewerb zum Krampnitz-Areal gewonnen hatten.

Sieger-Entwurf. Foto: Machleidt Städtebau und Stadtplanung/Sinai Gesellschaft von Landsdchaftsarchitekten

Krampnitz soll ein „All-Inclusive“ Stadtteil werden, der lebendig ist und dem beim weiteren Wachstum Potsdams eine Schlüsselfunktion zukommt. Ob der Siegerentwurf nun auch realisiert wird, hängt vom besten Angebotspaket ab. Denn Stadt und Entwicklungsträger, eine Tochter der kommunalen Immobilienholding Pro Potsdam, wollen mit allen Preisträgern verhandeln. Am Ende entscheidet das bessere Angebotspaket, wessen Entwurf als Grundlage für den Krampnitzer Masterplan dienen wird. Fertig gestellt werden soll dieser Ende des Jahres. Noch unklar ist, wann mit der Bebauung begonnen werden kann. Mitte 2020 möchte man die Erschließung des ersten Bauabschnitts der ersten Ausbaustufe in der Tasche haben. Diese umfasst die Wohnkarrees nördlich den „Central Parks“. Die Kosten belaufen sich auf einen hohen, zweistelligen Millionenbetrag.

Für das Bergviertel soll in der zweiten Jahreshälfte ein Wettbewerb gestartet werden. Hier soll das bestehende Ensemble um weitere 30 Wohnhäuser ergänzt werden, die sich nahtlos integrieren. Wie die ebenfalls denkmalgeschützten Bauten auf dem Areal, darunter das Wachgebäude mit Turm am Eingang (Ostseite), das Offizierkasino, das Offizierswohnheim und das Fähnrichswohnheim zukünftig genutzt werden sollen, ist noch unklar.

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