MDR-Dokumentation „Die Munitionsbunker von Zeithain“

Doku "Die Munitionsbunker von Zeithain. Foto: MDR/Henrik Flemming

Zeithain (aw). Betreten verboten! Über 70 Jahre nach Kriegsende liegt unter Zeithains Erde noch immer scharfe Munition. Diese zu beseitigen, das ist die Aufgabe vom Munitionsbergungs- und Kampfmittelbeseitigungsdienst. Seit über 30 Jahren arbeitet Achim Auerswald daran, Bomben und Granaten unschädlich zu machen. Ein riskanter Job, aber auch der spannendste, den es gibt, sagt er nach einem erfüllten Arbeitsleben. Die Munition, die einst ganze Städte vernichten sollte, landet zersägt, ausgeglüht und gereinigt auf dem Schrotthaufen der Geschichte. Was nicht mehr gefahrlos zerlegt werden kann, wird auf dem nahegelegenen Truppenübungsplatz gesprengt. Sprengmeister Thomas Lange erzählt von seinem „Bombenjob“.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde das Gebiet um Zeithain aufgrund seiner strategisch günstigen Lage an der Elbe militärisch genutzt. August der Starke zelebrierte hier 1730 militärische Präsenz und königliche Pracht in einem Lustlager mit 27.000 Mann. Das vierwöchige Event war damals die größte Truppenschau Europas. Während des Ersten Weltkrieges entstand hier eine Munitionsanstalt mit einem eigenen Bahnanschluss. Die Wehrmacht baute die Anlagen aus und produzierte ab 1939 Waffen in Zeithain. Später mussten auch sowjetische Kriegsgefangene Zwangsarbeit verrichten.

Der Zeithainer Ortschronist Olaf Kaube hat tausende Fotos, Dokumente und Devotionalien aus allen Zeiten gesammelt und somit ein Stück Militärhistorie bewahrt. „Der Osten – Entdecke wo du lebst“ rekonstruiert die spannende Geschichte der kleinen Gemeinde an der Elbe. Die Dokumentation wird am Dienstag, 1. August, 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt.

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