Mato-Gelände: Abriss für Eigenheime

Foto: Frank Preisser/CC BY-SA 3.0

In Offenbach wurde 70 Jahre lang an der Bieberer Straße Industriegeschichte geschrieben. Jetzt soll das ehemalige Mato-Areal, in dem bis zuletzt Künstler eine Heimat fanden, abgerissen werden. Das Wiesbadener Unternehmen Traumhaus investiert insgesamt fast 20 Millionen Euro und will dort 30 Reihen- und Doppelhäuser sowie 35 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern bauen. Dafür wurde der Bauantrag eingereicht. Baubeginn soll – wenn der Abbruch nach Plan läuft – im Frühjahr 2016 sein. Die Vermarktung läuft bereits auf Hochtouren.

Das denkmalgeschützte Eingangsgebäude an der Bieberer Straße des ehemaligen Metallwarenunternehmens soll erhalten bleiben. Im Inneren des Areals sowie entlang der ehemaligen Industriebahntrasse und an der Leibnitzstraße sollen die Reihen- und Doppelhäuser entstehen. Auch an der Bieberer und an der Leipnitzstraße sind ebenfalls Mehrfamilienhäuser geplant. Der Investro hat bereits zahlreiche erfolgreiche „Traumhäuser“ gebaut. Jetzt müssen der Bebauuungsplan genehmigt und die Abbrucharbeiten zügig abgeschlossen werden.

Die Geschichte des Metallwarenunternehmens Mato reicht bis in das Jahr 1922/23 zurück. Hier errichtete die Zelluloidwarenfabrik Schmetzer zusammen mit dem Architekten Philipp Hufnagel an der Kreuzung von Bieberer Straße und Industriebahn einen neuen Firmenkomplex samt Fabrikbau und Nebengebäuden, Veraltungs- und Wohngebäuden. Während der Wirtschaftskrise erwarb die Firma Curt Matthaei (Markenname: Mato) das Ensemble und passte es ihrer Produktion an. 1994 zogen Künstler hier ein und gründeten eine Künstlerkolonie. 20 Jahre lang verlängerte man Jahr für Jahr die Mietverträge. 2014 musste das Gelände aufgrund der neuen Planungen geräumt werden. (aw)