Martinskirche in Waiblingen erhält Födermittel

Martinskirche in Waiblingen. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

Waiblingen (lwl). Vom sinnvollen Einsatz der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) seit nunmehr 25 Jahren ist, überzeugten sich kürzlich Gisela Lasartzyk, Ortskuratorin Stuttgart der DSD, und Gregor Kurz von Lotto Baden-Württemberg. Pfarrer Joachim Bauer und Architekt Andreas Gehrmann und die Leiterin der Restaurierungsarbeiten, Martina Fischer, erläuterten die Restaurierung der Wand- und Gewölbemalereien im Chor, für die die private Denkmalschutzstiftung die Erträge der GlücksSpirale in Höhe von 50.000 Euro eingesetzt hat.

Am westlichen Ortsrand von Neustadt bei Waiblingen befindet sich die Martinskirche. Mit dem Bau der Chorturmkirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts begonnen. Der Chor wurde im 14. Jahrhundert verändert, das heutige Langhaus entstand um 1420/1430. 1869 erfolgten weitere bauliche Veränderungen. Heute schließt sich ein flachgedecktes Langhaus an einen blockhaften Chor mit Kreuzrippengewölben und einem im 19. Jahrhundert aufgesetzten gotisierenden Glockengeschoss an.

Chor und Kirchenschiff schmückte man gleich nach der Erbauung mit zahlreichen Wandmalereien, deren Künstler heute unbekannt ist. Im Chor ist ein ausführlicher Marienzyklus dargestellt, im Schiff die Passion Christi und das Weltgericht. Um 1750 übertüncht, wurden die Malereien 1954 wieder entdeckt. Im Chor legte man sie 1954, im Schiff 1981 frei. Nachdem die Malereien im Schiff einen zufriedenstellenden Eindruck machen, sind die Wandmalereien im Chor stark restaurierungsbedürftig. Der dort aufgebrachte Casein-Überzug ist nachgedunkelt, hat sich zusammengezogen und verursacht Risse in der Malschicht. Zudem weisen einige Putzbereiche Hohlstellen auf. Nachdem 2012 das Mauerwerk trockengelegt wurde, können nun die Chormalereien restauriert werden.

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