Mandaukaserne: Zittau verzichtet auf rund vier Millionen Euro

Mandaukaserne. Foto: mandaukaserne.de/Steffen Linke
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Zittau (aw). Die Mandaukaserne – so heißt es in einer Pressemeldung von Thomas Jurk, Görlitzer SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages – gehört zum stadtbildprägenden, baukulturellen Erbe Zittaus im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Ihre Wiederbelebung soll Impulse für die Entwicklung des umliegenden Quartiers als Bindeglied zwischen Altstadt und Südstadt setzen.

Weil das Bundesbauministerium auch in diesem Jahr wieder erhebliche Bundesmittel aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ zur Verfügung stellt, wurde im März dieses Jahres bekannt, dass die Stadt Zittau sich als einziges Förderprojekt in Sachsen mit ihrem Antrag zur Wiederbelebung der Mandaukaserne durchsetzen und mit einer Zusage in Höhe von 4 Mio. Euro rechnen konnte. In seiner letzten Sitzung gab der Stadtrat nun erstaunlicherweise bekannt, dass diese den finalen Antrag auf die Förderung zur Wiederbelebung der Mandaukaserne nicht einreichen wird. Als Grund erklärte man, dass die vom Eigentümer des denkmalsgeschützten Gebäudes eingereichten Unterlagen einer Prüfung des Bundes nicht standhalten würden.

Als weitere Begründung gab die Stadt bekannt, dass sie ohne ein klares Nutzungs- und Finanzierungskonzept des Eigentümers das Risiko für die Eigenmittel in Höhe von geschätzt mehr als einer Million Euro, die hinzuaddiert werden müssten, nicht tragen könnte. Diese Summe könnte man an anderer Stelle besser einsetzen, beispielsweise in die Sanierung von Kindertagesstätten oder spezifischen Bildungseinrichtungen. Der Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) möchte dem Bund mitteilen, dass die Stadt die Mandaukaserne weiter als wichtiges Gebäude ansieht und darum bitten wird, später einen potenziellen neuen Antrag wohlwollend prüfen soll. Bis dahin fordert die Stadt den Eigentümer Thomas Göttsberger auf, die erforderlichen Unterlagen zu erarbeiten.

Bundesweit gab es zu Anfang des Jahres rund 90 Bewerbungen, von denen eine Expertenjury 24 Projekte zur Förderung auswählte. Dies unterstrich die hohe Qualität der Bewerbung aus Zittau und machte erneut deutlich, dass die Zittauer in ihrer Region über bauliche Kulturgüter von nationalem Rang verfügen, die Impulskraft für die Städtebauförderung in ganz Deutschland haben. Die Mandaukaserne gehört zum stadtbildprägenden, baukulturellen Erbe Zittaus im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Ihre Wiederbelebung sollte Impulse für die Entwicklung des umliegenden Quartiers als Bindeglied zwischen Altstadt und Südstadt setzen.

Über das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“

Mit dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ unterstützt das BMUB seit 2014 herausragende Projekte des Städtebaus. Das Programm ist inhaltlich breit aufgestellt, um städtebauliche Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten berücksichtigen zu können. Gefördert werden in diesem Jahr insbesondere Maßnahmen zur Konversion von Militärflächen, der demografiegerechte und barrierefreie städtebauliche Umbau sowie interkommunale städtebauliche Kooperationen.

Mehr Infos zur Mandaukaserne unter www.mandaukaserne.de und www.stadtforum-zittau.de

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